Sitzung der Synode

Nicht nur Weihnachtsstimmung

An der Synode sorgte der Bischofsbrief zur Verwendung des Bistumsfonds für Diskussionen.

Schon im Vorfeld der Synodensitzung vom 7. Dezember hatte ein Brief des Bischofs von Chur für Wirbel gesorgt. Nachdem bekannt war, dass an der Synode über ein Postulat zur Auflösung des Bistumsfonds von rund 1,2 Millionen Franken entschieden werden sollte, hatte Vitus Huonder Vorschläge zur Verwendung dieses Geldes gemacht. Pikant sei, wie Synodalratspräsident Benno Schnüriger erklärte, dass dieser Brief bereits in einer Sonntagszeitung publiziert worden war, bevor die eigentliche Adressatin, nämlich die Synode, diesen erhalten hatte.

Der Synodalrat habe indes bereits vor Erscheinen des Bischofsbriefes das Postulat der Synode zur Ablehnung empfohlen. Er wolle an der Option eines Bistums Zürich festhalten und jedenfalls vor der Wahl eines neuen Bischofs 2019 diesen Fonds nicht antasten. Mit 82 zu 3 Stimmen folgte die Synode dem Synodalrat und überwies das Postulat nicht.

Druck auf Bistumskantone

Bei der Vorlage zur Mitfinanzierung der Theologischen Hochschule Chur (THC) und des Priesterseminars war der jährliche Betrag in der Höhe von einem Franken pro Kirchenmitglied im Kanton Zürich unbestritten. Zu diskutieren gaben die zusätzlichen 30 Rappen pro Person, mit denen der akademische Mittelbau mit Assistenzstellen unterstützt werden sollte. Auch das war an und für sich unbestritten.

Die Finanzkommission wollte jedoch diesen Beitrag aussetzen, um damit die anderen Bistumskantone unter Druck zu setzen. Bereits vor vier Jahren hätten diese nämlich ihren Beitrag versprochen, jedoch nicht bezahlt.

Dieses Ansinnen gefährde die THC, warnte Generalvikar Josef Annen. Zusammen mit Lugano sei Chur die einzige Theologische Hochschule der Schweiz mit kirchlicher Trägerschaft. Bei den anderen Hochschulen gebe es keine Sicherheit, dass das Theologiestudium weiterhin angeboten werde.

Den Zürcher Beitrag zu streichen, bevor das Geld der anderen Bistumskantone da sei, gefährde die Ausbildung für den Nachwuchs im explizit kirchlichen Bereich. Der Streichungsantrag wurde mit 47 zu 44 Stimmen knapp verworfen, mit der Auflage, die ausstehenden Beiträge bei den anderen Kantonen anzumahnen.

Sache und Person unterscheiden

Den Beitrag der Zürcher Kirche zum bischöflichen Domschatz-Museum in Chur wollte der Synodale Elmar Weilenmann streichen. Nachdem der Churer Gemeinderat einen Beitrag dazu abgelehnt hatte, wurde vonseiten des Bistums das ganze Vorhaben sistiert, um zuerst die Finanzierung zu klären.

In einem engagierten Votum forderte Synodalratspräsident Benno Schnüriger die Synode dazu auf, die Person des Bischofs und die Pflege von Kulturgütern auseinanderzuhalten. Es gehe um die Restaurierung der Totentanzbilder aus dem Jahre 1543, die seit bald 40 Jahren eingelagert sind und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Die 150 000 Franken müssten im Budget bleiben, denn die Churer Gemeinde habe nur knapp ihren Beitrag abgelehnt. Der Antrag auf Streichung wurde mit 51 zu 37 Stimmen abgelehnt. In der Zwischenzeit hat der Churer Gemeinderat tatsächlich seinen Beitrag wieder ins Budget eingestellt.

Weitere Entscheidungen

Keine Chance hatte der Antrag auf Streichung von 25 000 Franken als Beitrag zur Unterstützung muslimischer Gemeinden im Prozess zur staatlichen Anerkennung, der von der Direktion der Justiz und des Innern koordiniert wird. Ein Antrag auf Streichung von 50 000 Franken zur Begleitung der orthodoxen Gemeinden auf dem Weg zur Anerkennung wurde nach einer Erklärung des Synodalrats zurückgezogen.

Das Budget 2018 sieht bei einem Aufwand von 59 Millionen und Einnahmen von 59,7 Millionen einen Ertragsüberschuss von 700 000 Franken vor und wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Trotz warnender Gegenstimmen, ob das finanziell tragbar sei, stimmte die Synode einer fünften Ferienwoche für alle kirchlichen Angestellten bis zum 59.  Altersjahr zu. Dies, zusammen mit sechs Wochen Ferien ab 60 sowie einem vierwöchigen Vaterschaftsurlaub, zeige die Familienfreundlichkeit der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, freute sich die Finanzkommission.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

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