Liturgische Farben

«Violett»

Grau müsste sie doch sein, die Farbe der Busse…

grau wie die Asche, die uns am Aschermittwoch auf den Kopf gestreut wird und uns damit auf den Kopf zusagt: Du bist vergänglich, du wirst sterben – besinne dich auf das, was wirklich wichtig ist, Zeit ist Frist. Das wäre irgendwie logisch – und gesagt werden muss das ja, weil es einfach wahr ist. Aber bei solchen Ausgangspunkten soll man nicht stehenbleiben. Deshalb wählt die Kirche Violett. In Violett steckt Dynamik, Bewegung weg vom Nullpunkt des Aschermittwochs.

Zunächst: Violett ist feierlich. Seit Perkin 1856 die modernen Teerfarben entdeckte, droht das vergessen zu gehen. Aber das kulturelle Gedächtnis der Liturgie ist stärker als die Chemie. Für die Kirche steckt in Violett das alte Purpur: kostbar, herrscherlich, feierlich. Unendlich aufwändig in der Herstellung, deshalb Farbe höchster Würde, kaiserlich. Auch wenn Kirche büsst, bleibt Liturgie Liturgie: hohe Feier der Gegenwart des Heils.

Dann: In der Purpurskala ist Violett von Schwarz her zu denken, dunkel also. Feierlichkeit verbindet sich mit Bussernst. Zuletzt: Violett ist Übergang, Spiel zwischen Rot und Blau. Die Busse soll Übergang ins Leben werden. Getragen vom Geist – Rot – in die Reinheit eines himmlischen Blau – in die Gottesnähe.

Quelle: www.liturgie.ch

Farbenspiel «Violett»

Farbenspiel «Grün»

Text: Martin Brüske, Liturgisches Institut Freiburg i. Ue.