Neue Palliative-Care-Hotline

Lisa Palm begleitet Sterbende

Die neue Palliative-Care-Hotline hilft Kranken und Angehörigen, die diese zuhause betreuen oder nach dem Verlust eines verstorbenen Menschen trauern.

«In den Spitälern sind wir Seelsorgende auf den Palliativ-Stationen fest integriert ins interprofessionelle Team, das sich um Schwerkranke und Sterbende kümmert», sagt Lisa Palm, Beauftragte für Palliative Care der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. «Seit Dezember bieten wir für Menschen, die zuhause gepflegt werden, einen unkomplizierten Zugang zu spirituell-religiöser Begleitung.» Der Flyer, der für diese ökumenisch verantwortete Seelsorge-Hotline gestaltet wurde, sei von den medizinischen Fachpersonen wie der Palliative-Care Spitex sehr positiv aufgenommen worden. «Sie haben selber keine Zeit für solche Fragen oder um eine geeignete Person dazu zu suchen», sagt die Spitalseelsorgerin. «Nun können sie den Betroffenen und ihren Angehörigen einfach diese Nummer geben.»

Gemeldet haben sich bisher mehr Angehörige. «Sie brauchen Unterstützung, damit sie ihre Aufgabe leisten können», betont Palm. «Sie kommen regelmässig zu Gesprächen oder wir helfen bei der Suche nach Unterstützung für die Betreuung ihrer Kranken.» Schwerkranke Menschen selbst sind oft zu müde für längere Gespräche. «Jedoch erleben sie Momente der gemeinsamen Stille, eine kurze Meditation, eine schlichte Segens- oder Kommunionfeier oder die Krankensalbung als stärkend», sagt Lisa Palm. Sie und ihre drei katholischen Kollegen sowie der reformierte Pfarrer Matthias Fischer nehmen abwechselnd die Hotline ab und suchen erfahrene Seelsorgende mit Palliative-Care-Ausbildung aus den Pfarreien und Kirchgemeinden. «Diese Vernetzung ist uns sehr wichtig», betont Palm. Die neue Hotline sei aber für alle Betroffenen, unabhängig von Konfessions- oder Religionszugehörigkeit, da.

Lisa Palm und ihre Kollegen besuchen auf Wunsch auch Veranstaltungen in Pfarreien, wo sie Interessierten das Konzept von Palliative Care erklären. «Viele Menschen sind erleichtert, zu erfahren, wie sorgfältig heute auch in der Medizin mit Menschen am Lebensende umgegangen wird», hat Palm erlebt.

Die Palliative-Care-Hotline ist von Montag bis Freitag 8–17 Uhr erreichbar. Nachts kann ein Telefon-Beantworter besprochen werden. Innerhalb von 24 Stunden meldet sich jemand und kann im Idealfall zeitnah mit der gewünschten Begleitung beginnen.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Palliative-Care-Hotline

044 554 46 66 (Stadt und Kanton Zürich)
044 224 03 80 (Stadt Winterthur)
www.spitalseelsorgezh.ch