Volketswiler Volksmarsch

40 Jahre unterwegs

Über 100 Menschen nehmen jeweils am Volketswiler Volksmarsch zehn Kilometer unter die Füsse.

«Mittelalter» – nach diesem Motto haben sich am diesjährigen Volketswiler Volksmarsch die Cevi-Leiter verkleidet. Als Bischof, Ritter oder Mönch sind sie mit ihren über 20 Kindern unterwegs. Insgesamt über 100 Personen, Alt und Jung, haben am 17. März die zehn Kilo-meter unter die Füsse genommen, trotz nasskaltem Wetter. «Letztes Jahr hatten wir bei schönem Wetter 175 Teilnehmende», sagt Pastoralassistent Michael Saal. Ab 13 Uhr kann man sich auf den Weg machen. 

Die Route ist jedes Jahr neu, auf halbem Weg gibt es einen Zwischenposten mit Verpflegung auf einem Bauernhof. Nach der Tour – die meisten wandern, ein paar Unentwegte joggen – gibt es im Pfarreizentrum Bruder Klaus für alle Kaffee und Kuchen, später auch noch eine Spaghettata. Diese wird vom «Comitato Genitori» zubereitet. Die italienische Gruppe trifft sich in den Räumlichkeiten der Pfarrei und stellt nun ihre Kochkünste zur Verfügung. Der Erlös aus dem Verkauf der Esswaren wie auch das Startgeld kommt je hälftig Fastenopfer und Brot für alle zugute.
«1978 war der erste Volksmarsch», erzählt Saal. «Damals kamen noch über 500 Personen mit – aber da waren die Läden ab Samstagmittag zu, und es gab auch sonst kaum andere Veranstaltungen am Samstagnachmittag», relativiert er die hohe Zahl. Jean-Pierre Brägger ist seit 27 Jahren in der Ökumenischen Vorbereitungsgruppe Suppentag/Volksmarsch. «Es ist mir ein Anliegen, etwas für die Gesellschaft zu tun – in diesem Fall über die Projekte des Fastenopfers», sagt er. 

«Wir sind ein eingespieltes Team. Zwei Sitzungen vorab und eine als Rückblick – damit ist alles organisiert.» Wichtig ist für Brägger der ökumenische Aspekt: «Heute sollte man viel mehr ökumenisch machen», ist er überzeugt.
«Die Volksmarsch-Vorbereitungsgruppe arbeitet freiwillig und würde auch ohne die kirchlichen Mitarbeiter funktionieren», meint Pastoralassistent Saal. Dieses Jahr wurden sie zusätzlich von Vätern einiger Ministranten und den Cevi-Leitern unterstützt.
Nun sitzen sie alle im Kirchgemeindesaal und geniessen die Spaghetti. Denn die Gemeinschaft ist ebenso wichtig wie der Einsatz fürs Fastenopfer oder die Bewegung in der Natur.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer