Editorial

Kinder gegen den Hunger

Ziel 2 der UNO-Agenda 2030 heisst: «Den Hunger beenden».

Schön wärs, denke ich. Und dabei bleibt es dann. Bis ich eine Mail bekomme: eine Gruppe von 12- bis 15-jährigen Girls ist seit zwei Monaten mit Eifer am Vorbereiten ihrer Aktion «Kinder gegen den Hunger.» Sie recherchieren im Internet und finden heraus: 18 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Oder: 8,8 Millionen Menschen sterben pro Jahr an Hunger. 

Sie fragen sich auch, wie Hunger entsteht, und was sie hier bei uns gegen den Hunger tun können. Z. B. Ware, die hergestellt wird ohne Beachtung der Menschenrechte, nicht kaufen. Sie schreiben diese Erkenntnisse auf grosse Plakate, verkaufen bei nasskaltem Wetter Spielsachen und selbst Gebackenes für Projekte gegen den Hunger.

Ganz stolz zeigen sie mir einen Brief, den die FAO (Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft) geschrieben hat: «Es ist wichtig, so viele Kinder und Jugendliche wie möglich zu mobilisieren. Nur durch Bewusstwerden und Sensibilisierung wird es möglich, dieses Ziel zu verwirklichen. Die Kinder von heute können die erste Generation sein, die es schafft, den Hunger in der Welt auszumerzen!»

Und ja: diese Mädchen glauben daran, dass sie die «Zero-HungerGeneration» sind. Als kleine Gruppe unter den Vielen, die sich für die UNO-Agenda 2030 einsetzen. Sie wollen erleben, dass niemand mehr hungern muss.

«Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen.» Diesen Spruch des Propheten Joel richtete Papst Franziskus an die jungen Leute der Vorsynode, zusammen mit seinem Versprechen, ihre Anliegen ernst zu nehmen.

An mir liegt es, ob Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr Beitrag die Welt und die Kirche bewegen kann. An mir liegt es, ob ich ihr prophetisches Handeln in den Wind schlage – oder mich mit ihnen zusammen einsetze. Für das, was ihnen am Herzen liegt.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer