Kulturerbejahr

Kulturerbe ohne Kirchen nicht denkbar

2018 ist das Kulturerbejahr: Es regt eine Diskussion über den Erhalt des kulturellen Erbes der einzelnen Länder an. Im Trägerverein der Schweiz ist auch die Inländische Mission (IM).

«Ausgangspunkt der Kampagne ist die Bedeutung des Kulturerbes für den einzelnen Menschen und für die Gesellschaft», erklärt Urban Fink, Geschäftsleiter der Inländischen Mission (IM). Kultur wirke positiv in viele Bereiche des Lebens hinein und mache dieses wertvoll. «Das Jahr lädt die Bevölkerung zum genauen Hinschauen ein. Es will sensibilisieren, damit unsere Kulturgüter auch für unsere Nachkommen erhalten bleiben.» Denn immer wieder würden wirtschaftliche Interessen, Geldmangel oder fehlendes Verständnis Kulturgüter verschwinden lassen.

Ausgehend vom Sichtbaren, etwa historische Bauten und archäologische Fundstätten, regt die Kampagne an, das Kulturerbe in seiner Vielfalt zu entdecken und in einen Dialog über seinen Wert für die Gesellschaft einzusteigen.
«Kirchen, Kapellen und religiöse Kunst stellen die Mehrzahl unseres materiellen Kulturerbes», betont Urban Fink. Daher sei es nur folgerichtig, dass die IM, die sich für das kirchliche Kulturerbe einsetzt, im Trägerverein des Kulturerbejahres mitmache. Schliesslich sei die Kirche über Jahrhunderte die wichtigste und fast einzige Kulturträgerin gewesen. Mehr noch: «Das Kulturerbejahr ist ohne den religiös-kirchlichen Bereich nicht vorstellbar!»

Der Begriff «Kulturerbe» wird jedoch noch viel weiter gefasst. Ein Blick auf die Website der Kampagne zeigt eine kaum zu erfassende Vielfalt: Seilbahnen, Filme, Museumsgegenstände, aber auch öffentliche «Sitzbänkli», das Jazz-Festival Montreux oder die Wagonfabrik in Schlieren fallen darunter.
Als Kultur könne all das bezeichnet werden, «was der Mensch gestaltend hervorbringt», erklärt Fink. «Ist Kultur ein Ausdruck menschlichen Schaffens, gehören Seilbahnen ebenso dazu wie Filme, aber auch Alltagsgegenstände, welche Generationen überdauern.»
Bei der Kampagne sei es wichtig, dass die mitmachenden Organisationen sich selber einbringen. Daher auch das Engagement der IM: «Wir hoffen, dass es uns gelingt, einerseits im kirchlichen Bereich selbst die Anliegen des Kulturerbejahres, andererseits aber auch über die Kirche hinaus kirchliche Baukunst und religiöse Kultur in der Gesellschaft aufscheinen zu lassen.»

www.kulturerbe2018.ch

Text: Sylvia Stam, kath.ch