Filmtipp

«A Man of Integrity»

Ein Mann kämpft gegen ein korruptes System und muss schliesslich einsehen, dass er auf legalem Weg nichts erreicht. Ein erschütternder und verbotener – Rasoulofs Film wird in seiner Heimat nicht gezeigt – Blick hinter die Kulissen der iranischen Gesellschaft.

Reza ist mit seiner Frau Hadis und ihrem Sohn in ein kleines Dorf im Norden des Irans gezogen. Er ist Fischzüchter, seine Frau Rektorin einer Mädchenschule. Der Grund für den Umzug aufs Land war, dass Reza die Korruption und Gewalt in der Stadt gegen den Strich gingen. Doch eines Tages sind alle Fische in Rezas Teichen tot. Die Familie steht vor dem finanziellen Ruin und die Versicherung will nicht zahlen. Auch auf dem Land regieren Habgier und Filz. Reza ahnt, dass der heimliche Dorfchef hinter seinem Elend steckt und begehrt auf. Er will Gerechtigkeit aber auf legalem Weg. Keinesfalls will er es den anderen gleichtun und Schmiergelder bezahlen. Diese Praxis stösst ihn ab – immer wieder sieht man, wie Reza sich den «Schmutz» abwäscht.

Die Situation spitzt sich allmählich zu, die Familie wird bedroht. Auch wenn es ihm nicht leicht fällt, muss der idealistische Sturkopf einsehen, dass in einem System, in dem man die Wahl zwischen Unterdrücktem und Unterdrücker hat, auch er zu unlauteren Mitteln greifen muss, wenn er nicht untergehen möchte. «A Man of Integrity» ist eine erschütternd kafkaeske Geschichte über einen Mann, der sich gegen das System stellt, sich letztlich aber doch geschlagen geben muss und selbst ein Teil davon wird. Mit seiner unverhohlenen Kritik an der iranischen Gesellschaftsordnung hat Mohammad Rasoulof einen weiteren Film geschaffen, der in seiner Heimat verboten ist. Zum Glück können wir ihn sehen!

Trailer zu «A Man of Integrity»

Text: Natalie Fritz, Medientipp

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«A Man of Integrity»
Iran 2017, Regie: Mohammad Rasoulof. Mit Reza Akhlaghirad; Soudabeh Beizaee; Nasim Adabi. www.trigon-film.org