Erste Synodalrats-Präsidentin

Eine Frau an der Spitze

Mit Franziska Driessen-Reding wurde an der Synode vom 12. April erstmals eine Frau als Synodalrats-Präsidentin gewählt. Die Kommunikation und die Jugend liegen ihr besonders am Herzen.

forum: Franziska Driessen-Reding, herzliche Gratulation zu ihrer Wahl. Was hat Sie zur Kandidatur motiviert?
Franziksa Driessen-Reding: Der Rücktritt von Benno Schnüriger – ein Jahr vor Ablauf der Amtszeit – kam auch für mich überraschend. Da lag es nahe, dass ich mich als Vizepräsidentin des Synodalrats zur Wahl stelle. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass meine Kandidatur von meiner Fraktion unterstützt würde. Diese Unterstützung habe ich erhalten, und sie gab mir entscheidenden Rückhalt für meine Kandidatur.

Bereits vor drei Jahren wären Sie um ein Haar zur Präsidentin gewählt worden, obwohl Sie sich nicht zur Wahl gestellt hatten. Was hat sich seither verändert?
Damals war das Präsidium für mich kein Thema, weil mich meine Kinder noch zu Hause brauchten. Jetzt bin ich in dieser Hinsicht weniger gefordert, da auch die Jüngste inzwischen im Bündnerland eine Lehre macht. Ich habe jetzt den Freiraum, den ich für diese Aufgabe benötige.

Welche Themen wollen Sie als erstes anpacken?
Es gibt einige Fragen, die mich beschäftigen. Zunächst die Kommunikation. Wie können wir nach aussen noch mehr erreichen? Unsere positiven Impulse ins Bewusstsein bringen. Und dann das Thema Jugendliche. Da müssen wir vielleicht ganz neu denken. Immer wieder kreativ neue Wege suchen, um Jugendliche anzusprechen.

Die Migrantenseelsorge müssen Sie dagegen aufgeben.
Vor sieben Jahren wurde mir das Ressort als jüngstem Ratsmitglied zugeteilt. Die Migranten sind mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Das wird mich auch weiterhin prägen. Aber nach einer gewissen Zeit braucht es auch frischen Wind. Deshalb hätte ich in einem Jahr ohnehin einen Ressortwechsel vornehmen wollen.

Was bedeutet es Ihnen, dass Sie als erste Frau in dieses Amt gewählt wurden?
Es ist für mich eine grosse Freude und Ehre. Wir haben als Frauen in der katholischen Kirche nicht überall den Einfluss, den wir uns wünschen. Aber dort, wo wir Einfluss nehmen können, sollten wir es auch tun. Darum freut es mich sehr, dass die Synode eine Frau an die Spitze der Exekutive gewählt hat.

In ihr erstes Amtsjahr wird voraussichtlich auch eine Bischofswahl fallen. Wie blicken Sie dieser entgegen?
Ich wünsche mir einen Bischof, der sich für die Anliegen der Züricher Katholiken Zeit nimmt und uns offen begegnet. Das ist meine starke Hoffnung. Ich will aber an dieser Stelle auch festhalten, dass ich den Vertreter des Bischofs, Generalvikar Josef Annen, sehr schätze und dankbar bin, für alles was er für die Kirche im Kanton Zürich leistet.

Text: Thomas Binotto