Meine Sternstunde

Ein kleiner Hilfsdienst

Frank Ortolf, Dienststellenleiter der katholischen Jugendseelsorge in Zürich, erzählt von der Freude, jemandem eine Freude zu machen.

Freitagabend auf dem Weg nach Hause: Ich freue mich aufs Wochenende. Die Stimme aus dem Off kündigt die Endhaltestelle des Zuges an. Leicht ungeduldig warte ich, bis der Zug zum Stehen kommt. Dann steige ich aus. Ich frage mich, wo ich mein Velo abgestellt habe. Ich möchte schnell nach Hause. Da beobachte ich, wie eine Frau mit ihrem Gepäck Mühe hat. Viele Menschen gehen an ihr vorbei. Ich ertappe mich beim Gedanken, die Frau doch auch ignorieren zu können.

«Kann ich Ihnen helfen?», frage ich sie im nächsten Moment. Die Frau, die sich gerade über ihr Gepäck beugt, richtet sich auf. Unsere Blicke treffen sich. Eine Mischung aus Überraschung, Verlegenheit und Erleichterung kommen zum Vorschein. «Ja, gern!», antwortet sie. 30 Sekunden später ist der Hilfsdienst beendet. Sie bedankt sich noch einmal und wir verabschieden uns.

Die Situation geht mir gedanklich nach. Die Frau war dankbar und überrascht, dass ihr jemand geholfen hat. Sie hatte nicht damit gerechnet. Ich merke: Es hat mich gefreut, dass sie sich gefreut hat. Es ist manchmal so einfach, jemand anderem und gleichzeitig sich selbst etwas Gutes zu tun!

Text: Frank Ortolf

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Ein Licht, das mir aufgegangen ist.

Dieses Mal mit…

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Frank Ortolf, Dienststellenleiter der

katholischen Jugendseelsorge in Zürich