Kunst & Kirche

In Klang gegossenes Gebet

In der neuen Rubrik stellen wir Ihnen dieses Mal die Kirchenmusikerin und Komponistin Sr. Maria-Amadea vom Kloster Heiligkreuz vor.

Je tiefer ich in die Musik hineinwachse, desto mehr wird sie mir zum Lebenselixier. Sie gibt meinem Leben eine Tiefendimension. Mein Innerstes kommt zum Klingen, wenn ich Orgel oder Flöten spiele oder komponiere. Es ist klingende Berufung. Ich bin jedoch nicht nur Komponistin und Kirchenmusikerin, sondern zuerst und vor allem Ordensfrau. Das geistliche Leben in Gemeinschaft ist das Gefäss, aus dem heraus ich alles andere wirke. Meine Musik will in Klang gegossenes Gebet sein. 

Die Musik hat mich gefunden. Bereits früh brachte ich mir das Spiel verschiedener Instrumente autodidaktisch bei. Bei den Karmelitinnen im Josefsheim Dietikon, wo ich mit 19 Jahren eintrat, erhielt ich Orgelstunden. Vor 13 Jahren, nach meinem Übertritt zu den Olivetaner-Benediktinerinnen von Heiligkreuz in Cham, folgte das Studium an der Diözesanen Kirchenmusikschule in St. Gallen, danach lernte ich bei Stephan Simeon Komposition.

Seither bin ich Organistin in unserem Kloster und komponiere Werke für Orgel, Ensemble, Kammermusik und Chor. Ich pflege einen eigenen Kompositionsstil, den ich chromatische Progression nenne. Im Vordergrund stehen der Klang und seine Entwicklung. Da meine Werke einen eigenen Klangweg beschreiten, fordern sie von den Aufführenden Offenheit für Ungewohntes und Engagement in der Klanggestaltung. Mein Wunsch ist es, dass die Musik je nach Interpretierenden neu ersteht.

Text: Sr. Maria-Amadea (Aufzeichnung: ps)

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Sr. Maria-Amadea

Kloster Heiligkreuz, Cham
49, Kirchenmusikerin (Orgel B) und Komponistin

www.srmariaamadea.sitew.ch