Kräuter aus dem Kloster

Feld-Thymian

Basilikum, Bohnenkraut, Lavendel, Majoran, Melisse, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Ysop: Viele Küchen- und Teekräuter gehören zu den Lippenblütlern – auch der Thymian.

Merkmale dieser Pflanzenfamilie sind der vierkantige Stängel, die kreuzweise angeordneten Blattpaare und vor allem die zu zwei Lippen verwachsenen Kronblätter, was der Blüte das Aussehen eines Mäulchens gibt. Die meist flache und grössere Unterlippe ist ein bequemer Landeplatz für Nektar suchende Bestäuber-Insekten.

Der Thymian ist eine bis 25 Zentimeter hohe Staude mit kleinen, eiförmigen Blättern und rosavioletten Blüten. Da die Pflanze Licht und Wärme liebt, wächst sie an sonnigen Plätzen: auf steinigen Böden, Trockenrasen und an Waldrändern – teilweise bis in den Herbst hinein. Wenn man an ihren Blättern reibt, kann man das typische Aroma riechen, für das ätherische Öle verantwortlich sind.

Als Heilpflanze lindert sie vor allem Erkrankungen der Atemwege. Aus zwei Esslöffeln Blättern und Blüten lässt sich zwei Liter Hustentee zubereiten – zum Trinken oder zum Inhalieren. Der schleimlösende Dampf erleichtert das Abhusten, beruhigt die Bronchien und hemmt Entzündungen. Zur Stärkung der Abwehrkräfte kann man im Thymiantee auch ein Erkältungsbad nehmen.

In der Küche würzt das Kraut Suppen sowie Gemüse- und Fleischgerichte und sorgt dabei für eine gute Verdauung. Hildegard von Bingen war zudem davon überzeugt, dass der Thymian auch die Gehirnfunktionen verbessert. 

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin