Meine Sternstunde

So etwas wie eine Familie

Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, erzählt von einem berührenden Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Au-Pair-Mädchen.

Ein ruhiger, regnerischer Freitag-Abend. Nur das Handy stört. Eine Nachricht von Petra, unserem allerersten Au-pair-Mädchen aus Tschechien. Petra hatte sich vor gut zehn Jahren liebevoll um meine beiden Mädchen gekümmert, als ich wieder zu arbeiten begonnen hatte. Petra heiratete später ihren damaligen Freund, einen Schweizer, und zog in den Nachbarkanton.

Dass sie vor zwei Monaten ihr zweites Kind bekommen hatte, wusste ich. Dass dieses aber mit ihr im Kinderspital ist, erfuhr ich erst durch die Nachricht. Ich spürte sofort, und ihr Deutsch, sonst fast perfekt, zeigte es ebenfalls: Petra geht es nicht gut, ein kleines Baby, das nicht zunimmt, Untersuchungen über Untersuchungen, die Familie weit weg. Gleich am nächsten Morgen fuhren wir ins Kispi. Petra freute sich riesig!

Ihr und mir traten Tränen in die Augen. Sorgen zu teilen mit vertrauten Personen, tut einfach gut. Sie umarmte mich und flüsterte: «Ich wusste nicht, ob ich dich anrufen darf.» Klar, Petra, wir sind auch so etwas wie deine Familie, auch wenn die enge gemeinsame Zeit vorbei ist. 

Text: Kerstin Lenz

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Ein Licht, das mir aufgegangen ist.

Dieses Mal mit…

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Kerstin Lenz, Informationsbeauftragte der Katholischen Kirche im Kanton Zürich