Kräuter aus dem Kloster

Rosmarin

Mit einer Rose für Maria hat der Rosmarin nichts zu tun.

Ros marinus heisst Meertau. Erklärt wird dieser Name damit, dass die Pflanze wild an den Küsten des Mittelmeers wächst und sich nachts der Tau in ihren Blüten sammelt. Wir kennen sie denn auch vor allem aus der mediterranen Küche.

Rosmarinsträucher sind immergrün und können bis eineinhalb Meter gross werden – bei unseren Topfpflanzen im Balkonkräutergarten fast nicht vorstellbar. Die Pflanze bildet hellblaue bis weisse Lippenblüten und ist mit ihren nadelförmigen Blättern und dem intensiven Aroma unverwechselbar.

Eine ältere Deutung führt den lateinischen Namen daher auf den griechischen Begriff rhops myrinos zurück, was balsamischer Strauch heisst. So könnte ein Zusammenhang hergestellt werden zwischen den griechischen Wörtern für Rosmarin (libanotis) und Weihrauch (libanos). Aufgrund seines ähnlichen Geruchs wurde der Rosmarin oft als Weihrauchersatz verwendet. Wegen dieses besonderen Dufts war er im 14. Jahrhundert auch Bestandteil eines der ersten Parfüme, bei denen man ätherisches Öl mit Alkohol kombinierte. Kölnisch Wasser enthält bis heute Rosmarinöl.

Als Heilpflanze wirkt Rosmarin in Hautölen und Salben durchblutungsfördernd und leicht schmerzstillend. Das Voll- oder Fussbad in Rosmarinextrakt regt den Kreislauf an und weckt die Lebensgeister. Als Gute-Nacht-Ritual soll das Riechen an Rosmarin(öl) ausserdem Albträume fernhalten.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin