Meine Sternstunde

Ingredienzen der Freundschaft

Tatjana Disteli, Dienststellenleiterin Spital- und Klinikseelsorge, erzählt, wie viel ein handgeschriebener Brief bewirken kann.

Mit einem Routinedreh öffne ich den Briefkasten. Zwischen Rechnungen und Werbematerialien stecken schon lange keine Erwartungen mehr. Halt. Ein weinrotes Couvert. Diese Schrift kenne ich doch? Mein Kommilitone aus vergangenen Zeiten!

Wie ein kostbares Geschenk lege ich den Brief auf den Tisch. Er hat Ausstrahlung. Ein echter, von Hand verfasster Brief, schwungvoll mit Tinte geschrieben. 

Wie lange habe ich meine Gedanken nicht mehr auf Briefpapier gelegt, wie lange selber keine mehr erhalten? Das ganze letzte Jahr hinweg nicht ein einziges Mal. Diese Gedanken jedoch flogen durch die Zeit und über Landesgrenzen hinweg.

Also will dieser Brief zelebriert werden, enthält er doch Ingredienzen der Freundschaft: Zuneigung. Zeit. Vertrauen. Bei Dunkelheit wird die Kerze entzündet. Die feine Klinge zischt durch das Papier, um die Zeilen freizugeben: Vier Seiten konservierte Freundschaft, die sich in der Entstehung die nötige Zeit liess – und selber warten kann.

Lebenszeit investieren, um Leben zu teilen.

Danke, Freund!

Text: Tatjana Disteli

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Ein Licht, das mir aufgegangen ist.
Dieses Mal mit…

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Tatjana Disteli, Dienststellenleiterin

Spital- und Klinikseelsorge