Kräuter aus dem Kloster

Arznei-Beinwell oder Echte Wallwurz

Die althochdeutschen Namen sagen viel: Diese Pflanze ist «well» für das Bein und «wallt» es mit Hilfe der Wurz.

Sie tut den Knochen gut und lässt sie zusammenheilen; dazu wird aus der Wurzel Salbe oder Öl hergestellt. Praktisch ist in dieser Jahreszeit, dass der Beinwell die Heilung von allen möglichen Sportverletzungen unterstützt: Verrenkungen, Verstauchungen, Sehnen- und Bänderrisse sowie Quetschungen. Anwenden kann man ihn auch bei Bandscheibenschäden, rheumatisch bedingten Schmerzen oder Abnutzungserscheinungen in Gelenken und Knochen.

Wer für die nächste Wintersportsaison eine Soforthilfe herstellen möchte, gräbt im Februar/März die Wurzel aus. Da der Wurzelspeicher für den Austrieb bereits gut gefüllt ist, enthält er zu diesem Zeitpunkt am meisten Wirkstoffe. Nach dem Trocknen werden 25 g Wurzel in einem Schraubdeckelglas mit 200 ml Olivenöl übergossen. Dann lässt man das Glas vier Wochen bei Zimmertemperatur stehen und schüttelt es täglich. Zum Schluss wird das Öl durch einen Kaffeefilter gelassen und abgefüllt.

Die Wallwurz wächst auf feuchten Wiesen und an Ufern. Sie ist eine üppige Pflanze, die bis 120 cm hoch wird und deren unterste Blätter eine Länge von 25 cm erreichen können. Sie hat einen geflügelten Stängel und gelbweisse oder rotviolette glockige Blüten. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist ihre Behaarung, die sie als Vertreterin der Raublatt- oder Borretschgewächse ausweist.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin