Kräuter aus dem Kloster

Wohlriechendes Veilchen

Erica, Iris, Laura, Rosa und Viola sind nicht nur weibliche Vornamen. Sie bezeichnen auch Pflanzenfamilien.

Die Violaceae umfassen sowohl die Stiefmütterchen als auch die Veilchen. Beide haben fünf Blütenblätter. Ein Unterschied liegt in der Stellung des mittleren Blattpaars: Beim Stiefmütterchen zeigt es nach oben; so entsteht ein aufgestelltes, freundliches Blütengesicht. Beim Veilchen dagegen weist es nach unten, was die Pflanze eher niedergeschlagen und traurig aussehen lässt.

Nichtsdestotrotz verströmt das Wohlriechende Veilchen nicht nur einen köstlichen Duft, es enthält auch verschiedene Stoffe, die sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken: Saponine lösen festsitzenden Husten, das dem Aspirin verwandte Methylsalicylat lindert Kopfschmerzen und das duftende Odoratin beruhigt und senkt den Blutdruck.

Für die Zubereitung eines Tees übergiesst man eine Handvoll Blüten mit 500 ml heissem (nicht kochendem!) Wasser und lässt ihn 5 Minuten zugedeckt ziehen. Der Tee lässt sich kalt auch für die Hautpflege verwenden. Mit den dunkelvioletten Blüten kann man zudem Essig färben: Dazu zwei Handvoll davon mit 500 ml Weissweinessig übergiessen, zwei Wochen stehen lassen, dann filtrieren.

Viola odorata blüht von März bis April an Waldrändern und bei Hecken. Sie ist eine von achtzehn Veilchenarten, die in der Schweiz vorkommen. Ihrem Namen entsprechend ist die «duftende Violette» jedoch unverkennbar.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin