Filmtipp

«RBG»

Das nuancierte und fesselnde Portrait «RBG» bringt dem Publikum eine Frau näher, die sich bereits Jahrzehnte vor «#MeToo» kompromisslos für Gleichberechtigung einsetzte und auch im Alter nicht leiser geworden ist.

Ruth Bader Ginsburg ist eine Naturgewalt. Und das, obwohl die mittlerweile 85-Jährige, kleine und zierliche Frau höchst schüchtern und zurückhaltend wirkt. Ausser in der ersten Einstellung. Hier macht sie, bekleidet mit einem T-Shirt, auf dem in grossen Lettern «Super Diva» zu lesen ist, ihre Fitnessübungen mit dem Personal Trainer. Das ist genauso urkomisch wie beeindruckend. Der absolute Wille der stillen Kämpferin scheint auch im hohen Alter ungebrochen. Ihr Konterfrei lächelt von Kaffeetassen und Sprüche wie «Can’t Spell Truth Without Ruth» prangen auf T-Shirts. «Notorious RBG», wie sie von ihren zahlreichen Fans genannt wird, hat einen Superstar-Status. Dieser gründet auf ihrem kompromisslosen Einsatz für die Gleichberechtigung, der sie schon vor ihrer Ernennung 1993 als erst zweite Richterin an den Supreme Court (Oberster Gerichtshof der USA) auszeichnete. Dieser Einsatz ist auch der Geringschätzung, die man ihr während ihrer Ausbildung als nur eine von neun Frauen unter 500 Kommilitonen an der Harvard Law School entgegenbrachte, geschuldet.

Die beiden Regisseurinnen des Films Betsy West und Julie Cohen machen keinen Hehl aus ihrer Bewunderung für RBG. Sie lassen auch die Familie, Freunde und Wegbegleiter der alten Dame zu Wort kommen. So ist ein unterhaltsames, anrührendes und liebevolles Portrait einer Frau entstanden, das ihre Gegner aussen vor lässt und sich nur an die guten Momente erinnert. Auch oder gerade in Zeiten eines rauen politischen Klimas.

Trailer zu «RBG»

Text: Sarah Stutte, medientipp

Angebot laufend

«RBG»
USA 2018. Regie: Julie Cohen, Betsy West. Verleih: www.ascot-elite.ch