Kräuter aus dem Kloster

Echter oder Garten-Salbei und Wiesen-Salbei

Im Kräutergarten des Klosters Fahr bleiben wir dieses Mal beim «Salbei» stehen.

Saltimbocca alla Romana ist wohl eines der bekanntesten Gerichte, bei dem Blätter dieses alten Heil- und Küchenkrauts eine geschmacksrelevante Rolle spielen. Es passt überhaupt gut zu Fleisch. Da es sich geschmacklich schlecht mit anderen Kräutern verträgt, gilt es als Primadonna unter den Gewürzen.

Allerdings gilt dies vor allem für den Garten-Salbei. Seine Blätter sind runzelig, lang und schmal, die Blüten violett mit eher gerader Oberlippe. Der Wiesen-Salbei ist im Aroma viel milder. Er hat ebenfalls runzelige, aber herzförmige Blätter und dunkelblaue Blüten, deren Oberlippe helmartig gewölbt ist. Beide Arten lassen sich in der Küche und als Hausmittel verwenden. 

Vor der Blüte erntet man die noch jungen Blätter. Für einen Tee übergiesst man ein frisches oder getrocknetes Blatt mit 250 ml heissem Wasser und lässt ihn fünf Minuten ziehen – zugedeckt, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen. Gerade diese wirken antibakteriell, sodass sich Salbei-Tee als Spül- und Gurgelmittel bei Entzündungen in der Mund- und Rachenhöhle (Angina, Zahnfleischentzündung) eignet. Daher ist die Heilpflanze in vielen Produkten wie Zahnpasta und Bonbons gegen Halsweh enthalten. Des Weiteren schafft sie Abhilfe bei übermässiger Schweissbildung, lindert Nervosität, unterstützt bei der Behandlung von Ekzemen und stärkt den Verdauungstrakt – und wird so ihrem Namen gerecht: «die Heilende von der Wiese».

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin