Bistum Chur

Bischof Huonder bleibt vorerst im Amt

Am Ostermontag wurde bekannt: Bischof Vitus Huonder und die Bistumsleitung bleiben im Amt, bis die Nachfolge des Bischofs geregelt ist.

In einem Communiqué der Bistumsleitung wurde mitgeteilt, der Termin, an dem die Amtszeit von Bischof Vitus Huonder als Bischof von Chur ende, sei noch nicht bekannt.
Am Ostersonntag feierte der Churer Bischof Vitus Huonder seinen 77. Geburtstag. Vor zwei Jahren reichte er dem Papst ordnungsgemäss seinen Rücktritt ein. Das Bistum teilte daraufhin mit, Papst Franziskus habe Huonders Rücktritt angenommen, jedoch nicht mit sofortiger Wirkung. Seine Demission werde erst am 21. April 2019, am Tag seines 77. Geburtstags, rechtskräftig.

Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Thomas E. Gullickson, treibt zwar seit Anfang des Jahres das vorgesehene Informationsverfahren voran, um mögliche Kandidaten zu sichten. Ob er bereits seine Kandidatenvorschläge nach Rom geschickt hat, ist jedoch nicht bekannt.
«Die Nachricht, dass Bischof Huonder im Amt bleibt, überrascht insofern nicht, als es bis Ostern nicht danach aussah, als ob im Vatikan bereits eine Entscheidung gefällt worden sei», sagt Simon Spengler, Leiter Kommunikation der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, auf Anfrage. «Es ist jedoch eine Frage der Zeit, bis der Entscheid aus Rom kommen wird. Es kann sich um Tage, Wochen oder Monate handeln.»
«Mit dieser Variante musste man auch rechnen», sagt auch der Kapuziner Willi Anderau im Namen der Allianz «Es reicht». Nun sei nach wie vor alles offen. «Man wird weiterhin im Ungewissen gehalten, in welche Richtung die weiteren Schritte gehen werden, ob ein Administrator eingesetzt wird oder ob es auf eine Wahl hinauslaufen wird.»

Die Allianz «Es reicht», die sich für Reformen innerhalb der katholischen Kirche einsetzt, hatte sich im Vorfeld des 75. Geburtstags von Bischof Huonder mittels einer Petition für einen Apostolischen Administrator für das Bistum Chur engagiert.
Das Vorgehen bei der Wahl des Bischofs von Chur ist in einem päpstlichen Dekret von 1948 festgelegt. Nach der Annahme des Rücktritts des amtierenden Bischofs von Chur durch den Papst erkundigt sich jeweils der Apostolische Nuntius in der Schweiz nach geeigneten Kandidaten. Ihm ist freigestellt, wie er dabei vorgeht. Das Ergebnis seiner Befragungen meldet er der Kongregation für die Bischöfe in Rom. Dort wird unter den Vorschlägen eine Auswahl getroffen.

Der Nuntius muss anschliessend Referenzen zu den ausgewählten Kandidaten einholen. Aufgrund dieser Ergebnisse erstellt der Vatikan eine Liste mit drei Kandidaten. Aus dieser Liste wählt dann das 24-köpfige Churer Domkapitel den neuen Bischof. Nimmt der Kandidat die Wahl an, ist nochmals eine Bestätigung des Papstes notwendig. Erst dann wird der Name des neuen Bischofs bekannt gegeben.

Text: kath.ch/bit