Meine Sternstunde

Kleider machen die Caritas

Caritas-Direktor Max Elmiger wird aufgrund seiner Kleidung eingeteilt – und ist darüber gar nicht unglücklich.

Ich verlasse gerade unsere Caritas-Büros und will eben schnell zum Take-away nebenan, um Mittagessen zu holen. Der Briefträger steht beim Haupteingang und fragt mich: «Sie arbeiten doch für die Caritas, oder?» – Ich entgegne ihm erstaunt: «Ja, aber wieso wissen Sie das?» Der Pöstler mustert mich von oben bis unten und meint: «Natürlich wegen Ihren Kleidern!»

Ich war ziemlich perplex. So sehr, dass ich nicht mal zu meiner Rückfrage «Wieso sieht man das an meinen Kleidern?» kam. Zugegeben, ich war nicht im Anzug, sondern im Pulli unterwegs, trug aber auch nicht Birkenstock-Sandalen.

Es gibt zwei Interpretationsmöglichkeiten. Zuerst die eher nicht so komfortable: Der Briefträger denkt, «Handgestrickte» müssen von einem Hilfswerk sein, also von der Caritas. Die positive Interpretation – und ich habe beschlossen, sie ist die einzig wahre: Er kennt die Caritas Zürich! Er weiss, dass wir stark im Secondhand sind und schätzt meine Kleider als im Secondhand gekaufte ein.

Und was ich sonst noch daraus gelernt habe? Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch die Caritas…

Text: Max Elmiger

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Ein Licht, das mir aufgegangen ist.
Dieses Mal mit…

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Max Elmiger,  Direktor Caritas Zürich