Kräuter aus dem Kloster

Ruprechtskraut oder Stinkender Storchenschnabel

Das Ruprechtskraut (Geranium robertianum) hilft unter anderem bei Insektenstichen.

Den lang geschnäbelten, aufrechtstehenden Früchten verdankt die Pflanze ihren Gattungsnamen. Diese Storchschnäbel entstehen, wenn die rosa bis purpurnen Blüten verwelkt sind und die Staubblätter über dem Fruchtknoten zusammenwachsen. Geranium heisst im Griechischen eigentlich Kranich. Im Deutschen wandelte er sich zum Storch. Denn wie der Vogel steht auch die Pflanze für Fruchtbarkeit: Früher wurde der Tee daraus von Frauen getrunken, die schwanger werden wollten. Um allen «Voliere-Insassen» Rechnung zu tragen, ist auch noch der Reiherschnabel zu erwähnen. Er hat einen ähnlichen Fruchtstand. Von dieser Gattung wachsen schweizweit allerdings nur vier Arten, während es beim Storchschnabel neunzehn sind – unsere Zier-Geranien nicht mitgezählt!

Der Artname geht auf einen Erzbischof Robert bzw. Ruprecht von Salzburg zurück, dessen Leiden mit der Pflanze geheilt wurde. Sie hilft bei Drüsenschwellungen, Hautkrankheiten, Ekzemen und Insektenstichen. Dazu nimmt man vom Kraut mit den handförmigen, gefiederten Blättern, schlägt es in ein Bauwolltuch und quetscht das Päckchen, bevor es als Kompresse auf der betroffenen Hautstelle befestigt wird. Allerdings verströmen die zerriebenen Blätter keinen Wohlgeruch! Das ändert jedoch nichts daran, dass wir es mit einer ausgesprochen modernen Pflanze zu tun haben. Wer nämlich empfindlich ist gegenüber elektromagnetischer Strahlung, soll häufig ihren Tee trinken.

 

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin