Kräuter aus dem Kloster

Borretsch

Himmelblau leuchten die fünfteiligen Blüten des Borretsch von Mai bis August aus den Kräuterbeeten.

Neben der auffälligen Farbe der Blütenblätter kennzeichnen ihn eine weisse Blütenmitte und die dichte Behaarung. Diese gibt den Raublattgewächsen den Familiennamen und dient vermutlich dem Schutz vor Schneckenfrass.

Ursprünglich stammt der Borretsch aus dem Mittelmeergebiet, er ist bei uns aber seit Jahrhunderten heimisch und als Gewürz und Heilmittel bekannt. In der Küche werden die frischen Blätter verwendet. Aufgrund ihres charakteristischen Geschmacks nach Gurken eignen sie sich hervorragend für Salate oder Brotaufstriche. Als Heilkraut wurde der Borretsch in Form von Tee bei Lungenkrankheiten sowie Nieren- und Blasenleiden eingesetzt. Dies wird heute wegen teilweise giftiger Wirkstoffe nicht mehr empfohlen. Einer äusserlichen Anwendung steht indessen nichts entgegen. So können Wickel aus und Bäder in kaltem Borretsch-Tee bei schweren Beinen und Venenentzündungen Linderung verschaffen.

Manchmal reisst die Pflanze aus den Gärten aus und besiedelt dann Weinberge, Äcker und Schuttplätze. Aus der Familie der Raublatt- oder eben Borretschgewächse werden auch der hier bereits vorgestellte Arznei-Beinwell, das Echte Lungenkraut und das Acker-Vergissmeinnicht als Heilpflanzen verwendet.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin