Filmtipp

«Compañeros – La noche de 12 años»

Nach dem Roman «Memorias del calabozo» von Mauricio Rosencof und Eleuterio Fernández Huidobro erzählt Álvaro Brechner die schier unglaubliche Geschichte der ausserordentlichen Freundschaft, die die beiden Autoren mit José «Pepe» Mujica verbindet, dem späteren Präsidenten Uruguays. Ein zutiefst bewegender Film, der in seinem Kern Hoffnung stiftet.

Was ist der Mensch in einer Diktatur? Wer darf als solcher gelten? Sicher nicht die Mitglieder einer kommunistischen Guerilla-Organisation, die heimlich aus einem Gefängnis in eine rechtlose Form der Inhaftierung überführt werden. Der Film erkundet die zerstörende Wirkung einer totalitaristischen Macht, die versucht, ihre Gefangenen mit Gewalt und Isolation in den Wahnsinn zu treiben. 

Der Einblick in die Methoden der Militärdiktatur in Uruguay im 20. Jahrhundert zeigt eindrücklich auf, was Totalitarismus ist. Der Fokus des Films liegt aber auf der befreienden Kraft, die den Überzeugungen, Erinnerungen und Bildern der Inhaftierten innewohnt und ihnen erlaubt, ihre Menschlichkeit nicht aufzugeben.

Text: Daria Pezzoli-Olgiati, medientipp

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«Compañeros – La noche de 12 años»

Uruguay 2018, Regie: Álvaro Brechner, Besetzung: Antonio de la Torre, Chino Darín, Alfonso Tort; Verleih: Trigon, Internet: www.trigon-film.org