Neue Website zhkath.ch

Menschen sichtbar machen

Wie soll sich Kirche zeigen, damit die Menschen von heute sie wahrnehmen? Kommunikationsfachfrau Ina Hedwiger hat zhkath.ch mitentwickelt und sagt, wie sich die Zürcher Kirche den Menschen zeigen kann – nicht nur auf einer Website.

forum: Womit kann die Kirche heute Menschen ansprechen?
Ina Hedwiger: Das Potential der Kirche sind Menschen, ihre Geschichten und die Diskussion über grosse und kleine Lebensfragen. Auf einer Website, die sich an alle Menschen richtet, sollten deshalb Menschen im Mittelpunkt stehen, nicht Institutionen. 

Umgekehrt muss Kirche dort stattfinden, wo die Menschen sich solche Fragen stellen – das ist oft im Internet. Dass dieser Kanal gut funktionieren kann, sieht man am Beispiel des ehemaligen Abts von Einsiedeln oder der reformierten Pfarrerin Sibylle Forrer, denen viele Menschen auf Twitter folgen. Aber es müssen nicht nur «Social-Media-Stars» sein, es genügt, einfach Menschen zu Wort kommen zu lassen, die zur Kirche gehören, denen der Glaube etwas bedeutet, die sozial oder spirituell etwas bewirken. 

In kirchlichen Kommunikationen überwiegen oft Kirchengebäude, Kleriker und Organisatorisches, doch damit hängt man die Leute ab. Die Redaktion von zhkath war schon vor dem Redesign in dieser Richtung aktiv, jetzt hat sie Platz auf der Website bekommen, diesen Kommunikationsstil auszubauen.

Welche kirchlichen Themen interessieren?
Dazu können wir erst etwas sagen, wenn die Redaktion auf zhkath.ch eine Reihe möglicher Themen abgehandelt hat. Aber z. B. hat doch jeder Mensch das Bedürfnis, akzeptiert zu werden. Das können Seelsorgende und aktive Katholiken und Katholikinnen wunderbar vermitteln: Du bist angenommen! Von Gott und in der Kirche. Das muss man aber nicht theoretisch abhandeln, sondern anhand von Geschichten realer Menschen aufzeigen.

Dann gibt es Fragen, die alle beschäftigen. Kürzlich habe ich auf Social Media gelesen: sollen Kinder an Beerdigungen teilnehmen oder nicht? Und dann eine Kommentarreihe darunter. Da hätten doch Seelsorgende etwas dazu zu sagen! Auch Heiraten oder die Geburt von Kindern sind Themen, die viele beschäftigen. Hier kann die Kirche ihre Begleitung noch viel besser zeigen.

Womit macht es die Kirche den Menschen schwer, sich für sie zu interessieren?
Wir neigen alle dazu, unsere eigene Gruppe, Firma oder Institution sehr wichtig zu nehmen, und wollen sie möglichst vollständig im Web abbilden. Bei Zeix wissen wir aber aus User-Acceptance-Tests, dass Menschen gegenüber grossen sozialen Organisationen skeptisch sind, wenn diese nach einem grossen Verwaltungsapparat aussehen.

Von daher ist es besser, wenn man die Organisation knapp beschreibt und vielmehr aufzeigt, wie man zusammenarbeitet, Synergien schafft und nicht mehrfach dasselbe tut. Wichtig ist, dass man sich zusammenrauft und sich fragt, auf welches Ziel man gemeinsam hinsteuern will. Wofür steht die Kirche im Kanton Zürich?

Das ist nicht so einfach: die Kirche ist vielfältig und die Meinungen, wie sie sein soll, sind sehr verschieden.Dann kann man sich ja genau darauf einigen und sagen: wir wollen Vielfalt zeigen! Was heute nicht mehr funktioniert, ist das hierarchische «top-down». Das akzeptieren vor allem jüngere Menschen nicht mehr. Heute braucht es ein wenig «Revoluzzertum». Und da hat die Kirche im Kanton Zürich durchaus Potential! Sie könnte sagen: bunter als hier in Zürich kannst du es nicht finden.

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer

Angebot laufend

Ina Hedwiger arbeitet bei der Agentur Zeix, die Konzept und Design der neuen Website zhkath.ch entwickelt und die Redaktion beim Schreiben und Gestalten fürs Web unterstützt hat.

Angebot laufend

Auf der neuen Website zhkath passen sich Bilder, Texte, Bedienelemente an die Bildschirmgrösse an, sie wird damit auf dem Smartphone lesbar. Mit den Schwerpunkten Engagement, Glauben & Feiern, Kirche aktuell und Über uns ist die Seite übersichtlicher geworden und orientiert sich stärker an Leserbedürfnissen.

www.zhkath.ch