100 Jahre Frauenbund

Ute Munz (48)

Der Katholische Frauenbund Zürich wurde vor 100 Jahren gegründet. Für jedes Jahrzehnt ein Frauenporträt.

Ute Munz ist nicht beim Frauenverein, weil es ein Frauenverein ist. «Wäre es ein gemischter Verein, könnte ich genauso gut dabei sein.» Ihr geht es ums Mitmachen, wenn kreativ gestaltet wird, und um den Treffpunkt. Zwei gute Freundinnen habe sie dazugewonnen und einige sehr nette Bekanntschaften. Jene Frauen, mit denen gemeinsam sie Heimgruppen-Unterricht gegeben hat, sieht sie dort wieder. Ute Munz ist Mitglied bei den Frauen St. Peter und Paul in Winterthur. Und sie ist seit etwa drei Jahren ihre Aktuarin, jene Frau im Vorstand, die bei den Generalversammlungen, bei den Team- und Planungssitzungen die Protokolle schreibt.

Gesucht hatte sie all das nicht unmittelbar. Sie wollte sich sozial engagieren, als sie von der Sozialarbeiterin der Pfarrei gefragte wurde, ob sie nicht Aktuarin beim Frauenverein werden wolle. «Sorry, aber Protokolle schreiben ist jetzt gar nicht meins», sei damals ihre erste Reaktion gewesen. Heute weiss die gelernte Kauffrau: «Protokolle schreiben, das ist keine Hexerei.» Für ihre neue Aufgabe hatte sie dann den Aktuariatskurs des Katholischen Frauenbunds Zürich besucht und auch jenen, Jahresprogramme für Vereine zu gestalten. Es sind Kurse wie diese, die Ute Munz am Angebot des KFB ansprechen. Sind ihre beiden Kinder erst einmal aus dem Haus, werde sie dafür auch vermehrt nach Zürich fahren, sagt sie.

Mitreden und mitgestalten, das macht Ute Munz am Frauenverein Spass: «Wenn es etwas gibt, was ich als wichtig erachte, dann kann ich das jederzeit einbringen. Wirklich: alle sind offen und sehr glücklich über Vorschläge.» Und genau darum gehe es doch beim Vereinsleben, findet sie. Wenn die Eier in der Osternacht von den Frauen vor Ort gefärbt werden oder wenn die selbst gebackenen Dessertkreationen beim Pfarreianlass auf den selbst gestalteten Etageren präsentiert werden, dann sei das doch ein Beitrag: «Ganz einfach, wir werden sichtbar. Wir tun etwas für die Gemeinschaft und für die Gemeinde, der Frauenverein ist da.»

Weil es ganz einfach ist, kann Ute Munz manches nicht gut nachvollziehen. Zum Beispiel, wenn sie Feminismus spürt, auch beim KFB, wenn das «Wir Frauen» zu stark betont würde, wo es doch um «Wir Gemeinschaft» gehe. Und obwohl ihrer eigenen Schätzung nach achtzig Prozent der Frauen St. Peter und Paul über achtzig Jahre alt sind, mag sie auch allzu grosse Sorgen um die Zukunft nicht leiden. Ihr Wunsch für den Katholischen Frauenbund Zürich ist einfach und lebensfroh: «Dass sie den Druck abgeben können und zuversichtlich sind. Es geht weiter, es hört nicht auf. Warum auch? Es wird immer Frauen geben.»

Text: Veronika Jehle