Ristretto

Sr. Liliane Juchli

Vier Fragen an Sr. Liliane Juchli, Pflegepionierin.

Sie wurden mehrfach für Ihr Engagement in der Pflege ausgezeichnet.
Ja, das machte mir zu Beginn Mühe. Es war für mich selbstverständlich, mich zu engagieren. Befreit hat mich der Gedanke: Ich stehe im Dienst Gottes. Wenn ich dafür ausgezeichnet werde, darf ich das stellvertretend auch entgegennehmen.

Wie sieht Ihr Ruhestand aus?
Ich arbeite nicht mehr wissenschaftlich, nach der 8. Auflage meines Buches habe ich dessen Weiterentwicklung in andere Hände gegeben. Ich bin aber noch unterwegs, da ich immer wieder für Referate angefragt werde. Die Würde des Menschen in der Pflege ist mir nach wie vor ein grosses Anliegen.

Wofür stehen Sie ein?
Pflegende sollen nicht Tätigkeiten abarbeiten müssen, sondern für den kranken Menschen da sein. Die innere Präsenz hilft, Prioritäten zu setzen, um nicht alles, aber das Wichtige zu tun. Die Politik und die Gesellschaft müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit das möglich ist. 

Wie verhält sich Ihr Ordensleben, Ihr Glaube, zu Ihrem Engagement?
Ich kann das nicht trennen. Ich bin ich, in meinem Leben im Kloster genauso wie in der Bildungsarbeit. Meine Ordensgemeinschaft gibt eine Lebens- und Gebetsstruktur. Wenn ich vor schwierigen Situationen stehe, merke ich, wie Gott mich hält.

Text: Beatrix Ledergerber

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Die 86-jährige Ingenbohler Sr. Liliane Juchli hat mit ihrem Lehrbuch «Umfassende Krankenpflege» ein Standardwerk geschaffen und mehrere Auszeichnungen erhalten.
www.lilianejuchli.ch