Ristretto

Hannan Salamat

Ristretto mit Hannan Salamat, Fachleiterin Islam beim Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog ZIID

Warum sind Sie beim ZIID?
Klimawandel, Migration, gesellschaftliche Veränderungen lösen Ängste aus. Werden diese auf eine Gruppe von Menschen oder eine Religion projiziert, gefährdet das den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dem will ich entgegenwirken durch Bildung und Begegnung.

Spielt Ihr Glaube eine Rolle?
Im interreligiösen Dialog ist es wichtig, dass Menschen miteinander reden, die in je ihrer Religion auch gläubig sind. Jedoch in den Kursen und Weiterbildungen referiere ich als Religionswissenschaftlerin. Das könnte jede Person machen, die das Fach studiert hat und eine gewisse Sensibilität mitbringt, unabhängig vom Glauben.

Was ist für die Gesellschaft in Bezug auf den Islam wichtig?
Wir müssen lernen, uns als Menschen wahrzunehmen, die zuerst zusammengehören und dann auch unterschiedliche Religionen oder Weltanschauungen haben. Ich möchte Vorurteilen entgegenwirken und zeigen, wie vielfältig der Islam ist. DEN Islam gibt es nicht.

Wie kamen Sie zur Islamwissenschaft?
Gesellschaftliche Debatten motivierten mich zu diesem zweiten Studium. Das Leben ist zu kurz, um es in Angst und Schrecken zu verbringen. Mit meinem Fachwissen möchte ich den Menschen ein Werkzeug in die Hand geben, um angstfrei mit Unterschieden umgehen zu können.

Text: Beatrix Ledergerber

Angebot laufend

Hannan Salamat ist seit Januar 2019 Fachleiterin Islam beim ZIID. Sie hat Islam- und Religionswissenschaften studiert und als Interkulturelle Mediatorin gearbeitet.