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Klaus und Zwingli live

Was passiert, wenn sich Bruder Klaus und Huldrych Zwingli gemeinsam ans Werk machen – das hat Manfred Kulla in ein Theaterstück gepackt.

Um ins Geschehen einzutauchen, braucht es keinen weiten Weg, wir bleiben in der Gegenwart. Die Studentin Anna Schöni schreibt an ihrer Bachelor-Arbeit und fühlt sich plötzlich im Schreiben blockiert. Macht ihr Thema überhaupt Sinn? Ausgerechnet über Weihnachten forscht die junge Frau, unter dem Titel «Weihnachten als Herausforderung für einsame Menschen». Bruder Klaus und Huldrych Zwingli, die längst in der Ewigkeit weilen, werden gemeinsam auf irdische Mission geschickt, um Anna zu helfen. Das forum hat die Chance genützt, die beiden auf der Erde zu treffen und hat ihnen sowie Anna Schöni einige Fragen gestellt – bei einer der Theaterproben in Oerlikon:

forum: Herr Zwingli, Sie waren drei Jahre alt, als Bruder Klaus gestorben ist. Wie war das für Sie, als Sie den Heiligen nun kennen gelernt haben?
Es war, als würden zwei Welten aufeinander treffen. Bruder Klaus ist geprägt von der Mystik und dem persönlichen Gotterleben, ich habe eine intellektuellere, analytischere Sicht auf die Welt. 

Sie haben mit der Reformation soziale Verbesserungen in Gang gesetzt. Wo sehen Sie heute in Zürich Handlungsbedarf?
Wir müssen die Menschen befähigen, sich selbst zu helfen. Sie brauchen einen guten moralischen Kompass. Der Schlüssel zur Lösung der sozialen Probleme liegt nämlich im eigenen Denken.

Sie leben ja schon im Himmel. Wie wird denn dort Weihnachten gefeiert?
Das ist natürlich Geschäftsgeheimnis. Was ich sagen kann: Es macht auch oben Spass! 

Bruder Klaus, Ihr Auftrag ist, der Anna Schöni zu helfen. Wenn Sie sich so umsehen in der Welt, wo würden Sie sich die nächste Mission wünschen?
In der Bekämpfung der Machtspiele. Alle wollen immer mehr, alle wollen ihre Nächsten übertreffen. Erfüllung findet aber nur, wer sich selbst in den Hintergrund stellt und auf die anderen achtet.

Wie ist es Ihnen gegangen, als Sie gehört haben, dass Sie mit Huldrych Zwingli auf die Erde geschickt werden?
Ich fand das spannend, ich möchte Neues erleben und eine Revolution in Gang bringen! Als ich in den Ranft gegangen bin und meine Familie verlassen musste, das war doch auch eine Revolution. So kann man es auch mit dem Herrn Zwingli versuchen.

Sie werden verehrt als grosser Heiliger der Schweiz. Was raten Sie den Schweizerinnen und Schweizern für die Zukunft ihres Landes?
Rennt nicht immer und wollt mehr und mehr, bleibt lieber euch selbst treu und seid mit dem zufrieden, was ihr habt.

Frau Schöni, wie fühlt sich das an, wenn man himmlische Hilfe bekommt?
Ich habe es gar nicht als das erkannt. Als die Herren gegangen waren, haben sie allerdings so ein gutes Gefühl zurück gelassen. Ohne dass ich definieren hätte können, woher das kommt.

Was haben Sie beim Schreiben der Arbeit über Weihnachten gelernt?
Für mich ist Weihnachten ein total schönes Familienfest. Jetzt weiss ich, dass das nicht für alle so ist. Vielleicht gerade weil sie daran erinnert werden, was man verlieren kann. 

Was können Sie jungen Leuten raten, die an ihrer Bachelor-Arbeit schreiben?
Wer von einer Idee überzeugt ist, sollte sich nicht von Professoren durcheinander bringen lassen. Und: Erlaubt euch auch einmal eine Auszeit, gerade dann, wenn es mühsam ist.

Text: Veronika Jehle

Angebot laufend

Im Gespräch mit Autor Manfred Kulla

 

Was möchten Sie mit dem Stück?

Dass Bruder Klaus und Zwingli lebendig werden, uns heute näher kommen. Ich habe nicht die Absicht historisch genau zu sein, dennoch sind viele geschichtliche Fakten eingeflossen. Und dann natürlich, die Botschaft von Weihnachten verkünden, die für mich darin liegt, sich dem Nächsten zuzuwenden und anderen Freude zu bringen.

 

Bruder Klaus und Zwingli entdecken viele Gemeinsamkeiten. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Um deutlich zu machen, dass katholisch sein und reformiert sein im Grunde nicht weit weg voneinander ist. Zwingli und auch Martin Luther sind im gleichen theologischen Kontext verwurzelt wie Bruder Klaus. Sie alle sind von der Mystik beeinflusst. 

 

Wann wurden Sie das letzte Mal von himmlischen Boten unterstützt?

Botinnen und Boten vom Himmel, die unterstützen mich täglich.

 

 

Angebot laufend

27. November, 20.00 Uhr / 29. November, 20.00 Uhr / 1. Dezember, 16.00 Uhr

 

«Vom Himmel hoch oder Ein Heiliger kommt selten allein»

Ein humorvolles Lehrstück von Manfred Kulla

Regie: Ruth Ackermann

 

Pfarreizentrum Herz Jesu Oerlikon

Freier Eintritt, Kollekte und Apéro

Dauer: 90 Minuten