Ristretto

Beryl Niedermann

Ristretto mit Beryl Niedermann, Präsidentin der Rekurskommission.

Wozu braucht die Kirche eine Rekurskommission?
Mit der neuen Kantonsverfassung im Jahr 2000 mussten die Kirchen eigene Gerichtsbarkeiten schaffen. Vorher kamen kirchliche Rekurse zum Verwaltungsgericht. Nun haben wir für die Katholische Kirche die Rekurskommission, die Streitfragen bezüglich Personal, Kirchgemeindefinanzen und -abstimmungen usw. behandelt. Jedoch nicht innerkirchliche Fragen!

Häufigste Streitfragen?
Hauptsächlich Stimmrechtsrekurse, wenn jemand mit dem Ergebnis einer Kirchgemeindeversammlung nicht einverstanden ist und meint, es sei etwas nicht rechtens gewesen. Personalprobleme kommen zum Synodalrat, erst in zweiter Instanz zu uns.

Gibt es einvernehmliche Lösungen?
Dazu bietet die kirchliche Ombudsstelle eine Mediation an. Viele Probleme werden dort aufgefangen. Wir sind ein Gericht und stellen einfach fest, was dem Gesetz entspricht und was nicht.

Was fasziniert an dieser Arbeit?
Ich hatte schon immer einen Bezug zur Kirche, aber dieser kirchenrechtliche Teil war mir vorher unbekannt. Ich schätze das ehrenamtliche Engagement der kirchlichen Behörden. Wenn ein Problem bei uns landet, dann nicht, weil sie schlechte Arbeit leisten, sondern weil viele Themen komplex geworden sind. Da möchten wir klärend helfen.

Text: Beatrix Ledergerber

Angebot laufend

Beryl Niedermann ist seit 2010 in der Rekurskommission, seit 2018 deren Präsidentin. Sie ist Ersatzrichterin am staatlichen Verwaltungsgericht, Anwältin und hat drei Kinder.