Caritas-Woche 2020

Armut und psychische Krankheit

Armut und psychische Krankheit erscheinen wie ein Zwillingspaar. Aber es gibt Lichtblicke, woraus Caritas Zürich Forderungen ableitet.

Psychisch Kranke sind besonders armutsgefährdet. Ihre Krankheit – häufig mit Scham behaftet und deshalb unbehandelt – wirkt sich negativ auf die Arbeitsmarktintegration und somit auf Einkommen und Wohnsituation aus. Caritas Zürich fordert deshalb von der Politik ein Monitoring, wie sich die sozioökonomischen Umstände auf die psychische Gesundheit auswirken. Zudem unterstützen wir Vorstösse zur einkommensabhängigen Verbilligung von Krankenkassenkosten, um die gesundheitliche Ungleichheit weiter zu entschärfen.

Armutsbetroffene sehen sich mit schier unüberwindbaren Hürden konfrontiert, bezahlbaren und angepassten Wohnraum zu erhalten. Die Wohnraumversorgung armutsbetroffener Menschen ist deshalb prioritär. Mögliche Verbesserung würde der vermehrte Erwerb von Wohnraum durch die öffentliche Hand bringen, die Förderung von gemeinnützigem Wohnungsbau oder auch finanzielle Anreize für diejenigen, die Armutsbetroffenen eine Bleibe zur Verfügung stellen.

Und schliesslich sollten wir auch von der Erfahrung Betroffener profitieren. In der Stadt Zürich können dank der engen Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialdepartement ärztliche und psychologische Sprechstunden direkt in den Sozialzentren angeboten werden. Darüber hinaus hat sich die so genannte Peer-Arbeit im psychiatrischen Feld als sehr hilfreich erwiesen. Ehemals von Armut und psychischer Krankheit Betroffene begleiten heute mit ihrem Erfahrungswissen belastete Menschen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Diese Peer-Mitarbeitenden sollten auch auf Sozialämtern und IV-Stellen zum Einsatz kommen.

Max Elmiger Direktor Caritas Zürich

Text: Max Elmiger, Direktor Caritas Zürich

Angebot laufend

Caritas-Woche 2020

 

Während der Caritas-Woche Ende Januar / Anfang Februar haben Mitarbeitende von Caritas Zürich Gelegenheit, in 13 Pfarreien in insgesamt 24 Gottesdiensten über ihre Arbeit zu erzählen. Das dies-jährige Motto lautet: «Armut macht krank – Krankheit macht arm.» Die Kollekten kommen Caritas Zürich zugute.