Kräuter aus dem Kloster

Heilkraut «Weide»

Was hat die Weide mit Aspirin zu tun?

Wer bereits einmal eine Aspirin-Tablette schluckte, hat sich damit mit den entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoffen der Weide behandelt. Aspirin enthält nämlich – wenn auch synthetische – Salicylsäure.

Natürlicherweise gewinnt man die Salicylverbindungen aus der Rinde einer zwei- bis fünfjährigen Weide. Am besten schält man die Zweige im Frühling beim Austreiben. Für einen Liter Tee werden zwei Esslöffel getrocknete Rinde fein geschnitten und mit dem Wasser aufgekocht. Wie die Tablette wirkt er zur Fieberbekämpfung bei Erkältungskrankheiten.

In der Schweiz kommen über 30 Weidenarten vor. Sie sind in ihrer Wuchsform sehr verschieden. In den hohen Gebirgslagen überziehen sie als niederliegende Spaliersträuchlein den Boden und sind fast nicht als Baum erkennbar. Am anderen Ende der Skala steht die Silber-Weide, die bis zu 20 Meter hoch wird und beispielsweise in Auenwäldern gedeiht. Die meisten Weidenarten wachsen als Strauch. Alle sind jedoch zweihäusig. Das heisst, es gibt innerhalb der gleichen Art Pflanzenindividuen mit nur männlichen und Pflanzenindividuen mit nur den weiblichen Blütenkätzchen. Bei einigen Arten erscheinen diese im Frühling vor den Blättern.

Die arzneilich verwendeten Weidenarten wachsen vor allem an Fluss- und Bachufern und haben lanzettliche Blätter mit einem fein gesägten Rand. Zu
ihnen gehören die Silber-Weide, die Purpur-Weide und die Reif-Weide.

Text: Alexandra Dosch, ​​​​​​​Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

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Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)