Im Züripiet dihei

Für einmal Rambazamba

Pink-blaue Girlanden, in Puderzucker getauchte Chiacchiere und orange-grüne Partyhüte – am ersten Donnerstag im Februar trafen sich rund 40 Pensionierte zur Seniorenfasnacht der Missione Cattolica Italiana in Rüti. 

Giuseppe Dezulian erklärt mit seiner tiefen Stimme über Tisch und Techno-Musik hinweg die Idee dieses Seniorentreffens: «Heute gibt’s für einmal keinen Erfahrungsaustausch. Jetzt ist Zeit für die Fasnacht!» In einer rund 25-köpfigen Polonaise tanzen klatschende Senioren mit Partyhüten vorbei. Die Stimmung ist ausgelassen, man hört lautes Lachen und Jubelrufe. Viele der Anwesenden kennen sich, tanzen oder sitzen bei Kaffee, Wasser, Wein oder Süssem an den u-förmig angereihten Tischen des Pfarreisaals beisammen. Gaetana Speranza bringt stolz ein Rezeptbuch mit, das regionale Fasnachtsspezialitäten aus ganz Italien zeigt, während Shakiras «Waka Waka» aus den Lautsprechern klingt.

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt.

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt. Foto: Manuela Matt

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt.

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt. Foto: Manuela Matt

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt.

Der übliche Erfahrungsaustausch fällt aus. Fasnacht ist angesagt. Foto: Manuela Matt

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Schon seit mehr als 15 Jahren trifft sich die «III Étà», die Seniorengruppe der Missione, jeden ersten Donnerstag im Monat zum Austausch. Neben Informationsveranstaltungen zur Verwaltung von Häusern und Grundstücken in Italien, Erfahrungsrunden sowie einem Seniorentheater bieten diese Treffen eine wichtige Plattform für italienischsprachige ältere Personen, die oftmals schwer Anschluss zu finden. «Wir haben bemerkt, dass viele ältere Leute nach dem Gottesdienst in italienischer Sprache der Kirche in Rüti-Tann immer noch draussen rumstanden und sich freuten, wenn ihnen jemand zuhörte», erklärt Dezulian, Mitorganisator des Treffens. Viele dieser Senioren lebten sehr isoliert und wünschten sich mehr Kontakt. Das vierköpfige Organisationskomitee gibt sich Mühe, Treffen zu organisieren, die den Pensionierten nützlich sind. Auch eine Meditation des Seelsorgers der Mission ist wichtiger Bestandteil der Treffen. Wichtig sei jedoch vor allem, sagt Dezulian offen, dass aus diesen Treffen Kontakte, Gespräche und manchmal sogar Freundschaften entstünden: «Wenn die Leute nach Hause gehen und vorher von Herzen danke sagen, dann freut mich das. Es ist eine grosse Wertschätzung vorhanden, und diese wird auch mitgeteilt.» Die Freude ist auf jeden Fall auch an der Seniorenfasnacht deutlich sichtbar. Sie zeigt, wie wichtig es ist, Orte der Begegnung zu schaffen, in der die eigene Identität und Kultur gelebt werden kann. 

Text: Luana Nava, freie Mitarbeiterin