Kräuter aus dem Kloster

Rote Pestwurz

Sie gehört zu den Frühblühern: Die Rote Pestwurz.

Bereits Ende Februar schieben sich die blass--rosa Blütentrauben an Waldböschungen, Bach- und Flussufern aus der feuchten Erde, oft in einem ziemlichen Tempo. Die herzförmigen Blätter erscheinen erst gegen Ende der Blütezeit – und sie sind riesig:  Sie können bis einen Meter lang und 60  cm breit werden. Diesen Ausmassen verdankt die Pestwurz ihren lateinischen Namen. «Petasos» heisst auf Griechisch nämlich breitkrempiger Regenhut. Die griechischen Hirten sollen die Blätter entsprechend eingesetzt haben. Sie sind aber auch als Sonnenschutz verwendbar. Wenn man sie bei Sonnenbrand auflegt, haben sie eine kühlende Wirkung. Ebenfalls aus den Blättern lässt sich im Frühling Erkältungstee zubereiten. 

Wie der deutsche Name sagt, wurde im Mittelalter aber vor allem die Wurzel als Mittel gegen die Pest und andere Seuchen eingesetzt. Da die Wurzel jedoch krebserregende Stoffe enthält, ist es empfehlenswert, heute auf Präparate aus der Apotheke zurückzugreifen. Im Handel werden Züchtungen verwendet, die unbedenklich sind. Die daraus hergestellten Arzneimittel sind krampflösend, helfen bei Migräne und Entspannungskopfweh und lohnen auch einen Versuch bei Allergien.

Die beiden Verwandten der Roten Pestwurz, die Weisse und die Alpen-Pestwurz unterscheiden sich durch Blattgrösse und -form sowie die Be-haarung auf der Unterseite. Diese beiden Arten werden arzneilich nicht verwendet.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin