Schwerpunkt

«Gehen wir doch in den Paulus!»

Ein neuer Standort, ein neues Veranstaltungszentrum, eine neue Ära: Im März eröffnet die Paulus-Akademie in Zürich-West ihre neuen Räumlichkeiten. Das forum hat sich kurz vor der ersten Vorlesung mit Mari Serrano, Leiterin des Veranstaltungszentrums, getroffen.

forum: Frau Serrano, seit Anfang September 2019 verstärken Sie das Team der Paulus Akademie. Heute Abend findet im neuen Veranstaltungszentrum der erste Anlass statt. Wie fühlen Sie sich?
Mari Serrano: Etwas aufgeregt – aber sehr zuversichtlich. Und natürlich bin ich vor allem gespannt, wie sich das neue urbane Forum für Fragen der Zeit entwickeln wird.

Welches Thema würde Sie dazu bringen, an der Pfingstweidstrasse 28 eine Tagung zu besuchen?
Ganz sicher eine Veranstaltung aus dem weiten Themenkreis Frau: Hier bewegt sich im Augenblick sehr viel.

Sie leiten das neue Veranstaltungszentrum der Paulus Akademie. Inwieweit fliessen Ihre Ideen auch in die Programme ein?
Vorgesehen ist eine enge Zusammenarbeit mit der Direktion und den Fachbereichsleitungen der Paulus Akademie. Bis anhin konnte ich mich jedoch noch nicht um Inhalte kümmern. Meine Zeit war und ist noch immer ausgefüllt damit, den Start dieses Betriebes überhaupt zu ermöglichen.

Welches ist Ihr Aufgabenbereich?
Ich bin einerseits verantwortlich für das Personal des Veranstaltungszentrums: Es wurden acht neue, vor allem Teilzeit-Stellen geschaffen. Und dann natürlich für die Finanzen: Den betriebswirtschaftlichen Auftrag, selbsttragend zu sein, kann ich nur erfüllen, wenn die Räume auch vermietet werden. Anderseits bin ich zuständig für die Positionierung des Hauses innerhalb der Zürcher Kulturlandschaft.

Welche Erwartungen und Ziele haben Sie für den Betrieb des Veranstaltungszentrums?
Es soll als offenes Haus zu einem Ort der Begegnung und des Dialogs werden, an dem alle Menschen, die sich im weitesten Sinne für gesellschaftliche Themen interessieren, spannende Veranstaltungen und damit vielfältige Anregungen und Austausch finden.

Auch die Architektur des modernen Gebäudes ist ganz auf die heutigen Anforderungen eines zeitgemässen Begegnungsortes abgestimmt. Die grosszügigen und lichtdurchfluteten Räume fördern den Dialog und charakterisieren unsere Kultur der Gastfreundschaft.

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28.

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28. Foto: Christoph Wider

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28.

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28. Foto: Christoph Wider

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28.

Die Paulus Akademie an ihrem neuen Standort, Pfingstweidstrasse 28. Foto: Christoph Wider

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Was hat Sie gereizt, diese Stelle anzutreten?
Ich bin gerne Gastgeberin im neuen Zuhause der Paulus Akademie. Wir sind immer da, unsere Türen sind offen für alle Menschen, egal ob sie sich hier nur umsehen wollen, im Foyer ein Buch lesen oder bei uns eine Tagung besuchen. Unser Angebot ist breit – und im Mittelpunkt steht immer der Mensch.

Und Gott? Immerhin gehört das Gebäude der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich…
Dass die Körperschaft diesen unglaublich schönen Ort geschaffen hat, muss man ihr hoch anrechnen. Der neue, ein bisschen andere Auftritt ist mutig – und eine grosse Chance. Er soll alle Menschen ansprechen – überzeugte Katholiken genauso wie religionsferne Menschen oder Angehörige anderer Konfessionen und Religionen.

Bei uns hat sehr vieles Platz. Hier muss nicht über Gott geredet werden, aber es kann. Es muss nicht über Allah geredet werden, aber es kann.

Das Haus hat auch keine Kapelle, sondern einen Raum der Stille. Er soll allen Heimat
bieten und sie zur Meditation anregen.

An der Pfingstweidstrasse 28 haben neben der Paulus Akademie auch sechs weitere kirchennahe Institutionen ihre Räumlichkeiten. Wie funktioniert diese «Hausgemeinschaft»?
Alle Institutionen halten im Veranstaltungszentrum ihre Anlässe ab. Zudem erhoffe ich mir, dass unter den Mitarbeitenden ganz viele Begegnungen stattfinden, dass wir uns im Foyer oder im Sommer auf der Dachterrasse zum Essen treffen oder gemeinsam einen Kaffee trinken. Alle sollen sich hier wohl und aufgehoben fühlen und mit dem Haus identifizieren.

Sie haben es bereits angesprochen: Die Räumlichkeiten sollen auch vermietet werden. Gerade in Zürich ist das Angebot in diesem Bereich bereits gross. Wie unterscheidet sich das Veranstaltungszentrum von der Konkurrenz?
Wir haben einen idealen, zentralen Standort: Fünf Minuten von der Hardbrücke entfernt mitten im Trendquartier Zürich-West. Wir sind sehr schön und angenehm, verfügen über einen erfahrenen Catering-Partner – unsere Preise sind konkurrenz-fähig. Und wir sind neu. Bereits jetzt haben wir viele Anfragen von Veranstaltern von Bildungs-, Gesprächs-, Informations- und Kulturanlässen.
Selbstverständlich vermieten wir nur an Veranstalter, deren Ausrichtung sich mit der Haltung der Paulus Akademie deckt.
Wir möchten uns organisch in das bereits bestehende kulturelle Angebot einfügen und mit anderen Häusern nicht in Konkurrenz treten.

Durchschnittliche Zahl der Teilnehmenden und der Veranstaltungen der letzten fünf Jahre.

Durchschnittliche Zahl der Teilnehmenden und der Veranstaltungen der letzten fünf Jahre.

In den Seminarräumen: 196 im grossen Saal, 276 in den sechs Seminarräume und 18 in den zwei Sitzungszimmern.

In den Seminarräumen: 196 im grossen Saal, 276 in den sechs Seminarräume und 18 in den zwei Sitzungszimmern.

Foyer, Dachterrasse und Raum der Stille.

Foyer, Dachterrasse und Raum der Stille.

Innen und aussen: 633 m2 öffentliche Räume, 374 m2 Foyers und 75 m2  Dachterrasse

Innen und aussen: 633 m2 öffentliche Räume, 374 m2 Foyers und 75 m2 Dachterrasse

Soziales, Politik und Kultur / Religion, Theologie und Philosophie / Bioethik, Medizin und Life Sciences / Gesellschaft und Behinderung / Wirtschaft und Arbeit

Soziales, Politik und Kultur / Religion, Theologie und Philosophie / Bioethik, Medizin und Life Sciences / Gesellschaft und Behinderung / Wirtschaft und Arbeit

Im Bürotrakt der Paulus Akademie: Theologisch-pastorales Bildungsinstitut der 
deutschschweizerischen Bistümer (TBI) / Bibel-pastorale Arbeitsstelle (BPA) / Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (ZIID) / Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) / Interreligiöse Arbeitsstelle in der Schweiz (IRAS COTIS) / Muslimische Seelsorge (QuaMS)

Im Bürotrakt der Paulus Akademie: Theologisch-pastorales Bildungsinstitut der deutschschweizerischen Bistümer (TBI) / Bibel-pastorale Arbeitsstelle (BPA) / Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (ZIID) / Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) / Interreligiöse Arbeitsstelle in der Schweiz (IRAS COTIS) / Muslimische Seelsorge (QuaMS)

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Wie verbindet sich das Haus mit seiner Umgebung?
Es markiert Präsenz, ohne aufdringlich zu sein, richtet sich bewusst zur Pfingstweidstrasse, die sich von einem geschmähten zu einem attraktiven Ort gemausert hat – und es möchte sich in die Stimmung von Zürich-West einschwingen, wo das kulturelle Angebot mit Theater, Konzerten und anderen Veranstaltungen pulsiert.

Noch wirken die Räumlichkeiten, die durchwegs in edlen Materialien und hochwertigem Design gehalten sind, etwas kühl. Welche Atmosphäre möchten Sie schaffen – und wie bewerkstelligen Sie dies?
An der Ausstattung möchte ich gar nicht mehr viel machen – mir gefällt das Ensemble von Marmor und Holz, markanten Möbeln und Leuchten, hochwertigen Stoffen. Ist der Empfang erst einmal besetzt, sind die Foyers mit Tageszeitungen und Büchern bestückt und die Räume mit Blumen geschmückt, wird das Haus vor allem auch durch seine Besucherinnen und Besucher seine eigene Ausstrahlung entfalten.

Die Tagungsräume tragen Namen wie Korinth, Thessaloniki, Philippi, Ephesus. Was hat es damit auf sich?
Mir war wichtig, dass sich die Namen organisch ins Programm der Paulus Akademie einfügen. Es sind deshalb die wichtigsten Stationen aus dem Leben von Paulus, der vor 2000 Jahren gelebt hat und für die damalige Zeit viel gereist ist. Die Verbindung zur heutigen Zeit, wo das östliche Mittelmeer auch wieder oft in den Schlagzeilen ist, finde ich sehr spannend.

Was möchten Sie dem Publikum der neuen Paulus Akademie ans Herz legen?
Es soll das neue Haus und sein breites Programm geniessen! Und es soll gleich von
Beginn weg sagen, was gefällt und was nicht. Wir werden gerade in der Anfangszeit noch vieles anpassen müssen – da sind konstruktive Inputs von aussen sehr wertvoll.
Ich bin mir bewusst, dass niemand auf uns gewartet hat – aber es ist gut, dass wir da sind. Und wenn man sich in ein, zwei Jahren überlegt: «Hey, was läuft heute Abend im Paulus?» – ja, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Text: Pia Stadler

Angebot laufend

Mari Serrano, 1969, lic. phil. I, ist seit 1. September 2019 Leiterin des Veranstaltungszentrums der Paulus Akademie. Sie verfügt über langjährige Berufserfahrung in Journalismus und Unternehmenskommunikation. Zuletzt war sie Leiterin Marketing und Kommunikation des Departementes Design und Kunst an der Hochschule Luzern. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Zwillingen in Zürich.

Angebot laufend

Verschiebung der Eröffnungsfeier

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus wird das Eröffnungsfest der neuen Paulus Akademie, das für den 28. März vorgesehen war, auf unbestimmte Zeit verschoben.