Im Züripiet dihei

Der Ostergarten erblüht später

Die Passionsgeschichte mit allen Sinnen erleben: Das könnte man Ostergarten der Pfarrei St. Michael in Dietlikon – aber nicht jetzt.

Auf dem Vorplatz der Kirche St.  Michael in Dietlikon, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist eine Baustelle. Zurzeit entsteht dort ein Kirchturm, einer der letzten, der in der Schweiz noch nachträglich an ein Gotteshaus gebaut wird.

Gehämmert, gemalt, gebastelt und genäht wurde in der ersten Märzhälfte auch im Pfarreizentrum und in der Kirche. In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden haben rund 30 Helferinnen und Helfer sowie über 50 Schulkinder die Kulissen und Dekorationen für einen Ostergarten gestaltet. «Es war ein gewaltiges Projekt und manchmal haben wir uns gefragt, ob wir das schaffen», erinnert sich Christina Stahel, die zusammen mit Angelika Häfliger, Gabi Bollhalder und Ute Felder das Projektleitungsteam bildet.

Durch ihre Nichte, die in Deutschland lebt, lernte Christina Stahel vor einigen Jahren einen Ostergarten kennen und brachte die Idee mit nach Dietlikon. In unserem Nachbarland sind diese aufwendig inszenierten Erlebnisausstellungen, die das biblische Geschehen zu Leidensweg und Auferstehung Jesu Christi sinnlich fassbar machen, verbreitet und sehr beliebt. Jahr für Jahr locken die Ostergärten zur Fastenzeit Tausende von Besucherinnen und Besuchern an. «Das vollständige Eintauchen in die Passionsgeschichte berührt im Innersten und verleiht ihr eine neue, tiefere Bedeutung», durfte die Religionspädagogin erfahren.

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte.

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte. Foto: Manuela Matt

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte.

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte. Foto: Manuela Matt

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte.

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte. Foto: Manuela Matt

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte.

Die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen erzählen die Ostergeschichte. Foto: Manuela Matt

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Wer durch die einzelnen Stationen in den Pfarreiräumen wandelt, wird durch die historischen Kulissen in eine andere Zeit versetzt. Die Reise beginnt mit dem Einzug von Jesus in Jerusalem, führt durch den Abendmahlsaal, wo für das Paschafest aufgetischt ist. Dann folgt man Jesus in den Garten Gethsemane und geht in den Hof des hohepriesterlichen Palasts, wo der Hahn dreimal kräht, als Petrus Jesus verleugnet. Man erlebt mit, wie Pilatus Jesus verurteilt und seine Hände in Unschuld wäscht.

Durch die Dunkelheit und Schwere des Kreuzigungsraums geht es ins Licht, Leben und die Fröhlichkeit der Auferstehung.

Unterstützt wird das visuelle Erlebnis durch die Erzählungen der Freiwilligen, die durch den Ostergarten führen, durch Hörspiele, sinnliche Eindrücke wie Düfte, das Probieren von Lebensmitteln und interaktive Elemente, bei denen die Besuchenden eingeladen sind, ihre persönlichen spirituellen Erfahrungen einzubringen.

In den drei Wochen vor Ostern wären in Dietlikon regelmässig Führungen für 12 Personen angeboten worden. Es hatten sich dafür bereits über 500 Personen angemeldet, als die Corona-Krise das öffentliche und kirchliche Leben zum Stillstand brachte. «Das ist zwar schade, aber wir durften bei dem Projekt inner- und ausserhalb der Pfarrei ein so starkes Gemeinschaftsgefühl erleben, das alleine war die Mühe wert», sagt Christina Stahel. Und vorerst bleibt der Ostergarten aufgebaut: Wenn es die Situation zulässt, soll er zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eröffnet werden.

Text: Angelika Nido Wälty, freie Journalistin