Editorial

Digitale Praxis – analoge Hoffnung

Dies ist nun bereits das zweite Heft, das wir dezentral von zuhause aus produzieren. Durch Corona dominiert beim forum derzeit die Digitalisierung – doch der Wunsch nach Analogem wächst.

Seit vier Wochen arbeiten wir alle im Homeoffice. Wir haben die Herausforderung mit Neugier angenommen, bestehende Online-Tools ausgebaut und neue implementiert. Der Datenaustausch über unsere Online-Plattformen läuft reibungslos, auch wenn die Abläufe länger und umständlicher sind und die Koordination mehr Aufwand verlangt. Eines aber vermissen wir inzwischen alle: Den direkten, persönlichen Kontakt im Team.

Obwohl: Wir treffen uns nach wie vor zur gewohnten Sitzungszeit, einfach online. Und auch die Kaffeepause halten wir gemeinsam ab. Nur noch einmal pro Woche zwar – dafür etwas länger: Dienstags um drei loggen wir uns alle in den virtuellen Zoom-Meetingraum ein, mit Kaffee und Kuchen, oder auch mal mit einem farbenfrohen Drink, um das Gefühl sorgenloser Freizeit anklingen zu lassen. Für einmal sprechen wir dann weder über mögliche Themen noch übers Layout, sondern erzählen uns von unseren kleinen Fluchten: von Spaziergängen über blühende Wiesen und Laufrunden auf einsamen Waldwegen, von der Arbeit im Garten, spannenden Büchern oder der abendlichen Lindy-Hop-Lektion im Wohnzimmer.

Auch wenn der Video-Austausch in diesen Wochen viel zu Heftproduktion und Teamgeist beiträgt – den physischen Kontakt ersetzen kann er bei weitem nicht. Und so freuen wir uns schon jetzt aufs Wiedersehen in der Redaktion. Bis dahin jedoch produzieren wir weiterhin digital, damit Sie, liebe Leserin, lieber Leser, trotz Corona alle zwei Wochen ein analoges forum in den Händen halten.

Wie hat mir doch Pfarrer Stefan Staubli kürzlich am Telefon gesagt: «In Zeiten von Corona ist eben nicht nur vieles abgesagt, das Leben ist nach wie vor angesagt. Das macht Mut.»

Diesen Mut wünsche ich uns allen. Mut, Ausdauer und Zuversicht. Bleiben Sie gesund!

Text: Pia Stadler