Kräuter aus dem Kloster

Spitz-Wegerich

Von April bis Oktober blüht er weiss am Wegrand und auf Wiesen.

Der weisse Eindruck kommt von den Staubbeuteln, die an langen Stielen sitzen und die bräunlichen Blüten weit überragen. Es sind in erster Linie die Blätter, die ihm den Namen geben. Während der Breit- und der Mittlere Wegerich rundliche Blätter haben, sind sie beim Spitz-Wegerich lang und schmal. Aber auch der Blütenstand ist – zwar ähnlich wie beim Mittleren, jedoch im Gegensatz zum Breit-Wegerich – etwas zugespitzt.

Der König des Weges – «rich» ist im Deutschen das alte Wort für König – gehört zu den Trittpflanzen. Er wächst oft an Standorten, wo er von Nutztieren und Menschen im wahrsten Sinn des Wortes mit Füssen getreten wird.

Dies nimmt er jedoch nicht übel. Gutmütig bietet er seine Erste Hilfe an bei Verbrennungen mit Brennnesseln, Insektenstichen oder Blasen. Dazu zerquetscht man die Blätter zwischen den Handflächen, bis der Pflanzensaft austritt. Entweder werden dann die Blätter auf die betroffene Stelle gelegt oder man trägt lediglich den Pflanzensaft auf. Aus den jungen, vor der Blüte gesammelten Blättern lässt sich auch Hustentee kochen. Günstig ist es, wenn sie zunächst im kalten Wasser mindestens 30 Minuten ziehen können. So lösen sich die Schleimstoffe schonend heraus.

In der Küche finden die Blätter im Salat oder auf dem Butterbrot Verwendung. Die jungen Blütenstände lassen sich als Kapernersatz in Essig einlegen, in Butter braten oder frisch geniessen – als Snack vom Wegrand.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

Angebot laufend

Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)