Schweizer Bischofskonferenz

Gemeindegottesdienste so bald wie möglich

Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz will das seit Mitte März geltende Verbot von Gottesdiensten nicht länger hinnehmen.

Die Kirchen hätten die Anti-Corona-Massnahmen stets mitgetragen und nach bestem Wissen und Gewissen den Gläubigen vermittelt, «denn das Gottesdienstverbot in der Karwoche und an Ostern war für viele Menschen schwer zu ertragen», heisst es in seinem Brief an den Bundesrat.

Dass seit dem 11. Mai vieles wieder möglich sei, Gottesdienste aber nach wie vor verboten sind, sei nun nicht mehr zu vermitteln, schreibt der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Felix Gmür. «Für Hunderttausende sind wöchentliche Gottesdienste ein existentielles Verlangen. Sie brauchen eine Perspektive.»

Gmür ersucht deshalb den Bundesrat, ab Christi Himmelfahrt (21. Mai) oder spätestens an Pfingsten (31. Mai) öffentliche Gottesdienste wieder zuzulassen. Die entsprechenden Schutzkonzepte taugten für Grossanlässe und lägen vor. Abstand und Hygiene würden eingehalten.

Schutzkonzept liegt schon vor

Die SBK hat bereits am 27. April ein Schutzkonzept für Gottesdienste erlassen. Dennoch hat der Bundesrat bei den jüngsten Corona-Lockerungen die Gottesdienste nicht berücksichtigt. Das Schutzkonzept sieht folgende Eckpunkte vor:

Desinfektionsmittel am Eingang, zwei Meter Abstand bei der Kommunion. Der Zugang zum Gotteshaus soll auf maximal ein Drittel seiner ordentlichen Besucherkapazität begrenzt werden, heisst es im Schutzkonzept vom 27. April. Die Einhaltung der notwendigen Abstände in den Sitzreihen muss sichergestellt sein. Die Gläubigen müssen vor dem Eintreten die Hände desinfizieren und Weihwasserbecken bleiben bis auf Weiteres leer.

Um zu vermeiden, dass Gläubige vor der Kirche abgewiesen werden müssen, empfehlen die Bischöfe Anmeldeverfahren mit Platzreservationen. Die Austeilung der Kommunion muss unter Beachtung der hygienischen Vorschriften erfolgen. Auf dem Fussboden wird der vorgeschriebene Mindestabstand von zwei Metern mit Klebebändern gekennzeichnet. Gläubige, die sich krank fühlen, oder Angehörige der Risikogruppen werden gebeten, zuhause zu bleiben. Wann wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden können, ist unklar. Bislang war vom 8. Juni die Rede.

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Leserbrief

 

Endlich eine Initiative der so stillen Lobby Kirche beim Bundesrat. Wieso soll ich Turnschuhe kaufen und meinen Body im Fitnessstudios stählen können, aber der Zugang für meine Geistliche Stärkung im Gottesdienst bleibt mir verwehrt. Ein Skandal. Höchste Zeit, dass wir uns wehement dafür einsetzen. 

 

Stefan Hunziker, per Mail

Text: kath.ch