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Vielstimmig Kirche sein

Am 13. Juni ist eine Gruppe mit Theologinnen und Theologen am Zürcher Central aufgebrochen, um nach Chur zu pilgern. Dort übergeben sie dem Bischof eine Petition und bekunden ihre Solidarität mit dem entlassenen urschweizer Generalvikar Martin Kopp.

In biblischer Zwölferzahl – je sechs Frauen und Männer – startete am Samstagmorgen um 7 Uhr eine Gruppe mit Theologinnen und Theologen im Herzen der Stadt Zürich zu einem langen Pilgerweg. Herberge findet die Gruppe am Samstagabend in einer Pfarrei am Zürichsee. Martin Kopp wird sich zu einem späteren Zeitpunkt dem Pilgerweg anschliessen.

Dieser wird sie nach Chur führen, genauer: zum stillen Gebet in die Kathedrale und anschliessend auf die andere Seite des Hofplatzes zum bischöflichen Palais. Dort wollen sie am 18. Juni dem Bischof die von 3800 Leuten unterzeichnete Petition übergeben, welche sich mit dem entlassenen Generalvikar Martin Kopp solidarisiert.

Eine der Pilgernden ist Spitalseelsorgerin Veronika Jehle. Für sie war der Aufbruch sehr bewegend, denn „es herrschte eine gute Stimmung mit der spürbaren Freude, miteinander Kirche zu sein. Gefreut hat mich auch dass Menschen am frühen Morgen ans Central gekommen sind, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.“

Für sie ist auch wichtig, dass der Text „Gebet des Klosters am Rand der Stadt“ der Dichternonne Silja Walter vom Kloster Fahr die Gruppe auf dem Weg nach Chur begleitet.

Unter die Füsse nimmt den Weg auch Hella Sodies. Sie ist Seelsorgerin und Pfarreibeauftragte des Pfarrekorats Johannes XXIII. in Greifensee und lässt sich vom strömenden Regen, der kurz nach dem Aufbruch eingesetzt hat, nicht entmutigen. Im Gegenteil, sie versteht das Wetter sinnbildlich für die Situation im Bistum Chur:

„Mit unseren Anliegen fühlen wir uns im Bistum Chur im Regen stehen gelassen. Aber das hält uns nicht davon ab, auf dem Weg zu bleiben.“

Wunsch nach renaturierter Kirche mit Vielfalt

So hat Amanda Ehrler (Präsidentin des Katholischen Frauenbunds Zürich) mit renaturierten Bächen und Landschaften Biodiversität in einer wunderbaren Lebendigkeit angetroffen. Für sie sind diese ein Sinnbild, das sie begleitet:

„Ich wünsche mir eine renaturierte Kirche, die der Vielfalt Raum gibt, eine Kirche, in der ganz unterschiedliches Leben nebeneinander bestehen und sich entfalten kann.“

Und für Spitalseelsorger Daniel Burger ist die Antwort auf die Frage, warum er nach Chur pilgere ganz einfach:

„Leadership braucht Dialog und Kommunikation. Einen solchen substanziellen und wertschätzenden Dialog vermissen wir seit 40 Jahren in unserem Bistum. Wir wünschen uns einen Dialog, der mehr ist als Nettigkeiten, sondern eine Haltung lebt, die von echter Wertschätzung für Verschiedenheit geprägt ist.“

Wer den Weg nach Chur nicht selber mitgehen kann: Die Kommunikationsstelle der Katholischen Kirche im Kanton Zürich begleitert die Gruppe auf Facebook und Instagram auf dem Weg nach Chur. Jeweils am Nachmittag werden kurze Impression aufgeschaltet.

Text: Katholische Kirche im Kanton Zürich