Kräuter aus dem Kloster

Echtes und Wiesen-Labkraut

Die meisten der über zwanzig in der Schweiz wachsenden Arten der Gattung Galium blühen weiss wie das Wiesen-Labkraut.

Eine einzige blüht gelb: das Echte Labkraut. Kennzeichnend ist für beide, dass ihre Blätter in Quirlen angeordnet sind und die Blüten vier Kronblätter haben.

Diese beiden Merkmale sind typisch für die hiesigen Vertreter aus der Pflanzenfamilie der Rötegewächse. Der Name weist daraufhin, dass aus den Wurzeln einiger Arten roter Farbstoff gewonnen werden kann. Die Färber-Röte (rubia tinctorum) setzte man früher sogar zum Färben von Stoffen ein.

Ob die Labkräuter allerdings tatsächlich seit der Antike wie das Lab aus den Kälbermägen zum Käsen verwendet wurden, darüber gehen die Meinungen auseinander. Sie scheinen zumindest in geringen Mengen das Lab-Enzym zu enthalten, das die Milch gerinnen lässt. Galium kommt von gala, was auf Griechisch Milch bedeutet – und einem Streichkäse seinen Namen gab.

Sicher ist jedoch, dass die Pflanzen als Heilmittel zum Einsatz kamen und kommen. Tee aus Echtem Labkraut hilft gegen Rheuma. Tee aus Wiesen-Labkraut reinigt Lymphe und Blut. Dazu brüht man einen Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml heissem Wasser auf und lässt es fünf Minuten ziehen.

Äusserlich anwenden lässt sich der Tee aus beiden Pflanzen als Bad oder Waschung bei schlecht heilenden Wunden und Hautausschlägen wie Ekzemen und Akne. Eine berühmte Verwandte der beiden Kräuter ist übrigens die Kaffeepflanze.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

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Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)