Regional

Sommerprogramm für Jugendliche

Im Rahmen des Sommerprogramms für Jugendliche der Pfarrei St. Josef trafen sich Interessierte für eine Führung über die Mauer- und Alpensegler. Die Kirche soll nicht nur ein Ort für die Menschen, sondern auch für die Tiere sein.

Begeistert erklärt Iris Scholl vor dem Altar das Zugverhalten der Alpen- und Mauersegler. Vor ihr ein ausgestopftes Exemplar eines solchen Alpenseglers, der seine dunkelbraune Oberseite und seinen weissen Bauch präsentiert. Dass die Jung-tiere dieser einheimischen Vögel nach 42 Tagen (Mauersegler) oder 55 Tagen (Alpensegler) ausfliegen, sich nach dem Start nur noch wenige Sekunden am Flug von den Alttieren unterscheiden lassen und sich dann einer neuen Kolonie anschliessen – davon und von vielem mehr handelt der Vortrag. Die mitgebrachten Gegenstände, das Nest eines Alpenseglers und zwei kleine, schneeweisse Eier,  werden in den Kirchen-bänken herumgereicht. Die Szene gleicht einer Biologiestunde inmitten der grossen St.-Josef-Kirche in Zürich, ist jedoch Teil des Sommerprogramms für Jugendliche, das vom Team der Pfarrei St. Josef in Zürich organisiert wird.

Johann Kappeler, Pfarrer der St.-Josef-Kirche, möchte die Kirche offener gestalten, nicht nur als Ort für die Menschen, sondern auch als Ort oder «Arche» für die Tiere. Die vier in diesem Jahr installierten Brutkästen für Mauersegler am Kirchturmfenster sind dabei nur der erste Schritt in diesem Prozess. Dadurch, dass in Zürich alte, hohe Turm- und Dacheinrichtungen immer weniger werden, fallen auch für die Mauer- und Alpensegler wichtige Brutplätze weg. Deswegen sind Brutplätze wie diese an den alten Kirchenfenstern der Pfarrei St. Josef wichtig für den Erhalt der beiden Seglerarten. Neben weiteren Brutkästen besteht auch die Idee, die Biodiversität im Garten vor der Kirche zu fördern und Bedingungen zu schaffen, dass sich einheimische Bienen und Schmetterlinge vermehrt im Kirchengarten niederlassen.

Das Pfarreiteam zeigt sich initiativ. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Sommerprogramm für Jugendliche, welches das Team speziell für und in der Coronazeit auf die Beine gestellt hat. Neben der Vogelführung stehen ein Ausflug nach Schaffhausen, Grillieren sowie eine Veloreise nach Genf auf dem Programm. Thomas Fässler erklärt: «Wir haben in unserem Quartier sehr viele Migranten mit jeweils unterschiedlichen Bildungsniveaus. Das Quartier ist kulturell sehr bunt gefächert und viele Familien gehen normalerweise im Sommer zurück in ihre Ursprungsländer, was dieses Jahr wegen Corona nicht möglich war.» Deshalb sei die Idee entstanden, eben genau in diesem Sommer ein Sommerprogramm anzubieten, damit die Eltern ihre Kinder für einen Tag oder Nachmittag einmal «abgeben» könnten.

Daneben hat der Jugendarbeiter gemeinsam mit dem Pfarrer begonnen, während der Sommerferien Nachhilfeunterricht anzubieten, in dem Jugendliche und junge Erwachsene Kinder und Jugendliche unterstützen und dafür auch von der Pfarrei ein kleines Gehalt erhalten. Fässler meint: «Während der Krise konnten wir in der Pfarrei nichts machen, alles ist weggefallen, Unterricht sowie Gottesdienste. Aber im Prinzip ist genau jetzt der Zeitpunkt, in dem wir eben etwas tun sollten.» Die Initiativen sind sichtbar, das Feedback der Eltern bis jetzt positiv. Der Nachhilfeunterricht, das Sommerprogramm sowie auch das Ziel der Kirche einen
Zufluchtsort für Mauersegler zu bieten: Alle diese Initiativen bestätigen, was Fässler abschliessend zusammenfasst:  «Wir müssen uns wandeln und offen sein.»

«Hören Sie dieses Ririri?», die Führung mit Iris Scholl geht weiter zum Landesmuseum  und wird dabei von den Lebenszeichen der Mauer- und Alpensegler unterbrochen. Schwatzend spaziert die kleine Gruppe von Teilnehmenden durch Zürich und entdeckt versteckte Brutplätze sowie Nistplätze anhand der Kotspuren am Boden. Vom Innenhof des Landesmuseums sind die Vögel dann auch in Aktion zu beobachten. An diesem wolkenbehangenen Tag sammeln sich in einem wilden Treiben etliche Alpensegler, um die Brutplätze im hohen Turm des Museums zu prüfen. Der anschliessende Kaffee im Museum rundet den Vormittag ab, die Gruppe tauscht sich aus und verdaut erst einmal das gewonnene Wissen über die Vögel dieser Stadt.

Aktiv-Sommer

Angebote in Zürcher Pfarreien

Herz Jesu Wiedikon hat in der Woche vom 13. bis 17. Juli täglich ein Ferienprogramm für Kinder zum Thema Indianer angeboten.
www.herzjesu-wiedikon.ch

St. Josef Zürich lädt in den Sommerferien jeden Mittwoch zu einem besonderen Ausflug für Kinder und Familien ein: Vogelbeobachtung, Schifffahrt, Pilgerfahrt mit Bräteln oder Technorama. Ausserdem gibt’s im August eine Velotour nach Genf und Umgebung.
www.stjosef-zuerich.ch

St. Martin Zürich kann wegen Corona das sonst übliche Ferienlager für Kinder und Jugendliche nicht durchführen. Als Ersatz gibt es am 13. August einen Erlebnistag im Wald mit Gottesdienst im Freien. Treffpunkt 9.00 Uhr vor St. Martin.
www.kirche-zh.ch

Allerheiligen Zürich lädt ebenfalls am 13. August ab 19.00 Uhr zum Literarischen Abendspaziergang quer durchs Quartier und Pfarreigebiet. Unterwegs eröffnen literarische Texte unerwartete Sichtweisen auf die vertraute Umgebung. Als Autor*innen sind Renata
Huonker, Dorothea Zingg, Christine Voss, Susanne Mathies, Dorothe Zürcher und Tobias Grimbacher mit dabei, die alle im Zürcher Norden wohnen und schreiben. 
www.allerheiligen-zh.ch

Hl. Geist Zürich übt mit Kindern der 1.–5. Klasse ein Taschenlampen-Musical ein, in der Woche vom 10.bis 14. August, von 9.30 bis 17.00 Uhr.
www.kathhoengg.ch

Herz Jesu Winterthur wandert am Mittwoch, 12. August, ab 8.00 Uhr. Auskunft über Treffpunkt und Route gibt es am Vorabend (Dienstag) von 18.00 bis 20.00 Uhr beim Wanderleiter Josef Kramer, 052 232 69 78 oder 079 748 19 30.
www.herzjesu.ch

St. Marien Winterthur veranstaltet am Dienstag, 11. August, ab 17.00 Uhr einen Grill-abend im kirchlichen Begegnungszentrum: Jeder nimmt das Grillgut selber mit, Salate, Brot und Getränke vom Frauenverein. Kosten Fr 10.–.
www.stmarien.ch

 

Text: Luana Nava, freie Mitarbeiterin