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Es ginge auch anders

Seit Jahrzehnten werden weltweit innovative pfarreiliche Leitungsmodelle entwickelt, um veränderten Realitäten Rechnung zu tragen.

Doch offizielle Dokumente schreiben immer noch dagegen an. Es ginge auch anders. Kirchliche Leitungsstrukturen im 1./2. Jh. orientierten sich variantenreich an der jeweiligen Umwelt: «Presbyter» (Ältestenräte) waren den Menschen aus Städten und Synagogen vertraut. Paulus setzt auf die charismatisch begabte Gemeindeversammlung aller Getauften («Ekklesia») – eine Volksversammlung freier Bürger. Die Pastoralbriefe und die Ignatiusbriefe aus dem 2. Jh. favorisieren einen «Aufseher» («Episkopos»), von dem «Bischof» abgeleitet ist: ein monarchisches Amt, das sich an den römischen Familienvater anlehnt, aber als öffentliches Leitungsmodell unüblich war.

Zum bunten Bild der frühen Kirche zählen auch Witwen, Jungfrauen, Diakoninnen und Diakone, die Aufgaben zwischen Gebet und Diakonie, Katechese und Gemeindeleitung wahrnehmen. Ab dem 2./3. Jh. setzt die Professionalisierung kirchlicher Ämter ein – während die Evangelien bereits früh vor Hierarchien warnten.

Diese spannende, reich bebilderte Entdeckungsreise in die frühe Kirche zeigt, was heute möglich wäre – wenn die flexible, situationsgerechte pastorale Praxis von damals mehr Gewicht bekommen würde.

Text: Beatrix Ledergerber

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«Diakone, Witwen, Presbyter.
Ämter in der frühen Kirche»

Welt und Umwelt der Bibel (3/2020)
Bibelpastorale Arbeitsstelle SKB, Zürich. Fr. 19.–,
Tel. 044 205 99 60

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