Spotlight: Domschatzmuseum

Heiliger Luzius

Zu den grossen Schaureliquiaren im Churer Domschatz gehört ein vergoldeter Halbschrein, der für Reliquien des heiligen Luzius bestimmt ist.

Aus Kupfer getriebene und vergoldete Hochreliefs sind auf den Wandungen aus Eichenholz befestigt. Auf der Sockelleiste des romanischen Luziusschreins ist einerseits der Name des heiligen Luzius angebracht. Eine andere Inschrift gibt an, dass Bischof Heinrich III. die Reliquien des heiligen Luzius am 9. Oktober 1252 in den Schrein einsetzen liess. Die Jahrzahl 1252 passt genau zum Ergebnis der dendrochronologischen Untersuchungen durch den Archäologischen Dienst Graubünden, wonach die Eiche spätestens um 1253 gefällt worden war. Unter den Arkaden der Frontseite stehen sechs Heiligenfiguren. In den Rundbogen sind ihre Namen angebracht. In der Reihenfolge von links nach rechts sind das die Heiligen Nicolaus, Florinus, Luzius, Stephanus, Andreas und Gregorius.

Die Dachfläche weist nur 5 Arkaden auf. Neben Jesus am Kreuz stehen links Maria und Petrus, rechts Johannes und Jakobus.

Der heilige Luzius soll im 5. oder 6. Jahrhundert als Glaubensbote in der Umgebung von Chur gewirkt haben. Über sein Leben berichtet eine Luzius-Vita, die aus dem 8. Jahrhundert stammt. Ebenfalls aus dem 8. Jahrhundert stammt sein Grab in der Ringkrypta in der Kirche St. Luzi in Chur. Seit dem 12. Jahrhundert ist der heilige Luzius Patron des Bistums Chur.

Text: Anna Barbara Müller, Kuratorin Domschatzmuseum

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Vermittlung: 

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