Bischofskonferenz und Frauenbund

Ein erster Schritt

Zum ersten Mal trafen sich Mitte September die Schweizer Bischöfe mit einer Frauendelegation.

Simone Curau-Aepli, als Präsidentin des Frauenbundes fordern Sie Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche. Ist die Botschaft angekommen?

Curau-Aepli: Wir waren sehr klar und haben sehr persönlich kommuniziert. Wir haben von den Verletzungen erzählt, die wir als Frauen in der katholischen Kirche empfinden. Ich habe gemerkt: Da passiert etwas bei den Bischöfen. Ihnen wird klar: Es kann so nicht weitergehen, es muss sich etwas ändern und wir müssen die Veränderungen aktiv gestalten.

Hat ein Bischof gesagt: Ich würde euch sofort weihen, wenn ich dürfte?

Die Weihe war kein Thema. Das haben wir bewusst ausgeklammert, aber wir haben sehr wohl über sakramentale Beauftragungen gesprochen. Das heisst, dass Menschen aus den Pfarreien oder Gemeinschaften – also von unten! – beauftragt werden, gewisse Sakramente zu spenden.

Haben sich die Bischöfe über den Austausch gefreut?

Die Bischöfe diskutieren nicht gerne über Machtstrukturen. Sie sprechen lieber über Mission und Nächstenliebe. Das ist wichtig, aber nicht genug. Wir spüren immer wieder eine Mauer: Bis hierhin und nicht weiter. Diese Mauer ist aus Angst gebaut. Und das tut weh. Missbrauch und Machtmissbrauch werden durch geschlossene, intransparente Strukturen begünstigt. 

Kam auch etwas konkret heraus – oder ging es darum, Vertrauen aufzubauen?

Vertrauen aufbauen und sich kennen lernen war ein wichtiges Ziel, das nicht unterschätzt werden darf. Konkret haben wir beschlossen: Es geht weiter. Die paritätisch besetzte Arbeitsgruppe arbeitet weiter. Auch das ist ein Novum. Wir werden jetzt die nächsten Schritte planen.

Text: Interview: Raphael Rauch, kath.ch

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«Wo ein Wille ist auch ein Weg» 

Die Zürcherin Angelika Hecht, Vizepräsidentin des kantonalen Seelsorgerates und Vorstandsfrau im Katholischen Frauenbund Zürich, reflektiert in ihrem Blog-Beitrag das Treffen der Bischöfe mit den Frauen.