Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich

Ethikpreis und dringlicher Appell

Die Synode vergab dieses Jahr ihre Ethikpreise an vier junge Frauen und richtete einen dringenden Appell zum Flüchtlingsdrama in Moria an die Behörden.

Mit Blick auf das Drama im griechischen Flüchtlingslager Moria forderte die Synode in einem dringlichen Appell die kantonalen und eidgenössischen Behörden auf, umgehend ein Kontingent von Flüchtlingen aufzunehmen. «Die Katholische Kirche im Kanton Zürich verpflichtet sich ihrerseits, umgehend Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu finden und die Behörden bei der Versorgung und Begleitung der Flüchtlinge zu unterstützen», betonte Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding.

Coronabedingt wurde die Synodensitzung vom 10. September nicht wie gewohnt im Rathaus, sondern im grossen Saal des reformierten Kirchgemeindehauses von Winterthur-Stadt durchgeführt – ohne die elektronische Abstimmungshilfe und ohne Mikrofone an jedem Platz.

Die Synodalen beschlossen einstimmig, die 2015 errichtete Professur ad personam für Spiritual Care an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich weiterzuführen. Völlig unbestritten war auch der Antrag des Synodalrats für einen Sonderbeitrag in der Höhe von 300 000 Franken für weitere soziale Projekte im Zusammenhang mit der Coronakrise. Damit sollen bestehende Aktionen wie die Gassenarbeit von Sr. Ariane an der Langstrasse oder Projekte der Sans-Papiers Zürich (SPAZ) und Soforthilfe an Schweizer Jenische, Sinti und Roma unterstützt werden.

Die Synodalen nahmen jeweils einstimmig Kenntnis von den Jahresberichten der Rekurskommission, der Personalombudsstelle und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Ebenfalls einstimmig hiess das Parlament die Jahresrechnung 2019 der Zentralkasse, den Finanzplan für die Jahre 2021–2023 und den Antrag gut, 2021 keinen Teuerungsausgleich auszurichten.

Die Jahresrechnung 2019 schliesst mit einem Aufwand von 58,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 63,5 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 4,7 Millionen Franken ab. Das sind gute drei Millionen Franken besser als budgetiert. Der Beitragssatz der Kirchgemeinden an die Zentralkasse wird belassen.

Text: Beatrix Ledergerber

Angebot laufend

Die Synode vergab dieses Jahr ihre Ethikpreise an vier junge Frauen, für ausgezeichnete Bachelor-Arbeiten zur Arbeitsintegration von Flüchtlingen und körperlich behinderten Frauen, Ermessensspielräume in der Sozialhilfe und eine Analyse der ökumenischen Bildungslandschaft Schweiz. (v. l. n. r.): Simone Müller, Selma Hadzic, Saphir Ben Dakon, diesjährige Ethik-Preisträgerinnen. Nicht auf dem Bild ist die ebenfalls prämierte Selina Scheiwiller.