Kräuter aus dem Kloster

Hanf

Bis vor wenigen Jahrzehnten stand Hanf als Rauschgiftlieferant in Verruf. 

Schliesslich ist das aus der Pflanze gewonnene Cannabis die weltweit am häufigsten und obendrein illegal konsumierte Droge. Mittlerweile besinnt man sich darauf, dass Hanf zu den ältesten Nutzpflanzen der Erde gehört und als solche vielfältige Verwendung fand. Aus den Stängelfasern wurden nicht nur Seile, sondern auch Textilien, Verbandstoffe und Papier hergestellt. Die Blätter und Blüten kann man zu ätherischem Öl verarbeiten. Aus den Samen lässt sich ein hochwertiges Speiseöl gewinnen.

Die Grenze zwischen Rausch- und Arzneimittel ist oft unscharf. Es erstaunt daher nicht, dass Marihuana (getrocknete Blätter und Blütenstände) und Haschisch (Harz der Blütenhaare) in der traditionellen Medizin als Schmerzmittel zur Anwendung kommen. Unter den vielen Wirkstoffen von Hanf ist besonders Tetrahydrocannabinol – das berüchtigte THC – pharmakologisch interessant und wird entsprechend erforscht.

Neuerdings hat man die Pflanze auch als Bestandteil einer gesunden Ernährung wiederentdeckt. Hanfprodukte werden grösstenteils aus den Samen gewonnen. Aus ihnen lässt sich neben dem Öl auch Hanfmehl, Hanfbutter oder Hanfsuppe herstellen. Ihr Genuss unterstützt das Wachstum der Muskeln und ihre Regeneration, stärkt das Immunsystem und schützt die Zellen.

Für die Nutzung als Arznei- und Drogenpflanze verwendet man übrigens nur die weiblichen Pflanzen.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

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Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)