Synode der katholischen Kirche im Kanton Zürich

Abschied und Budget

In seiner Abschiedsrede dankte Synodenpräsident Felix Caduff dem Ende Oktober zurückgetretenen Generalvikar Josef Annen für seine treue Präsenz im katholischen Parlament.

«Deine Voten in unserem Gremium waren durchdacht, engagiert und durchaus kritisch. Sie hatten Gewicht. Wir wünschen Dir gute Erholung, verdiente Stunden der Musse und vor allem gute Gesundheit.» Josef Annen würdigte seinerseits die einvernehmliche Zusammenarbeit und den gegenseitigen Respekt zwischen den Gremien der Körperschaft und den innerkirchlichen Instanzen. Die Synode habe sehr weise gehandelt, dass sie in seiner Amtszeit der grossen Versuchung nie erlegen sei, mit der finanziellen Potenz den innerkirchlichen Bereich disziplinieren zu wollen. Und schliesslich meinte Annen mit Blick auf die schmerzhaften Kirchenaustritte bestimmt: «Ich stelle fest, dass die gelebte christliche Botschaft den Menschen einfach guttut!»

Der Voranschlag 2021 der Zentralkasse der katholischen Körperschaft gab wenig zu reden. Mit 77 zu 1 Stimme bei 2 Enthaltungen stimmte die Synode dem Budget zu. Dieses sieht bei einem Gesamtaufwand von 65,1 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 64,3 Millionen Franken einen Verlust von 0,8 Millionen Franken vor. Während der Aufwand gegenüber dem Vorjahres-Budget stabil bleibt, wird mit Mindereinnahmen von den Kirchgemeinden in der Höhe von 2,7 Millionen Franken gerechnet. Dies aufgrund der Steuervorlage 2017 und den coronabedingten Ausfällen. Peter Brunner, verantwortlicher Synodalrat für die Finanzen, zeigte sich ernst und zuversichtlich zugleich: «Wir haben ein solides Eigenkapital und können künftige Defizite abfedern.»

Der Antrag des Synodalrats, den Neubau einer Kaserne für die Schweizergarde mit einer halben Million zu unterstützen, war unbestritten. Trotzdem wurde ein Rückweisungsantrag eingereicht, der dem Geschäft mehr Zeit verschaffen sollte, um zusätzliche Informationen und Entscheidungsgrundlagen zu bekommen. Schliesslich obsiegte der Antrag der Sachkommission Seelsorge in der Schlussabstimmung mit 72 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Das Geld für den Kasernenneubau wird jetzt mit zwei Einschränkungen bewilligt: Der Betrag kommt erst zur Auszahlung, wenn seitens des Staatssekretariats des Vatikans ein rechtskräftiger Baubeschluss vorliegt und die Finanzierung des Bauvorhabens gesichert ist.

Weiter genehmigte die Synode die Aufstockung des «Felix und Regula-Fonds» um 250 000 Franken für die Förderung innovativer und nachhaltiger Projekte kirchlicher Jugendarbeit und Katechese im Kanton Uri.

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Leserbrief

Mit grossem Befremden habe ich gelesen, dass die Synode einem Antrag – wohlverstanden von einer Sachkommission Seelsorge – von 500 000 Franken für einen Kasernenneubau der Schweizergarde zugestimmt hat. Wäre es nicht die Pflicht der Kirche – gerade in der heutigen Wirtschafts- und vor allem Flüchtlings-lage (zzt. vor allem in Bosnien) –, erst einmal für ein Haus über dem Kopf, Kleider und Nahrung für die am meisten leidenden Mitmenschen zu sorgen, anstatt Kirchen-Gelder so sinnlos zu verprassen, zumal doch der Vatikan einer der reichsten Staaten überhaupt und nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Die Corona-Situation bringt auch bei uns diverse Haushalte in arge finanzielle/existenzielle Not. Auch sie könnten eine Unterstützung gut gebrauchen, nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch für ihre seelischen Leiden. Machen wir es doch wie Papst Franziskus, der es mit seiner diesjährigen weihnächtlichen Geschenkaktion uns allen vorgezeigt hat (siehe S. 8 im forum Nr. 27). Bravo!

Liselotte Kälin per Mail

Text: pd