Kräuter aus dem Kloster

Echter Wermut

Ein ägyptischer Papyrus erwähnt den Wermut bereits um 1600 v. Chr. Er wurde während der Antike als Heilpflanze gegen allerlei Leiden verwendet.

Cholera, Pest, Magen- und Frauenbeschwerden, Würmer und Läuse. Später kam er vor allem als verdauungsfördernde und appetitanregende Arznei zum Einsatz.

Ihre Wirkung verdankt die Pflanze dem ätherischen Öl Thujon und den Bitterstoffen Absinthin und Anabsinthin. Von Letzteren kann man sich überzeugen, wenn man von den Blättern probiert. Sie schmecken nicht nur bitter, sondern auch sehr aromatisch – wie Absinth. Der unter anderem aus Wermut gebrannte Schnaps war während fast hundert Jahren europaweit verboten. Er darf in der Schweiz seit 2005 wieder hergestellt und verkauft werden. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Gehalt des Thujons viel geringer ist als angenommen. Er kann nicht für die gesundheitsschädigende Wirkung verantwortlich gemacht werden, die beim zu häufigen Genuss der «Grünen Fee» auftritt.

Es muss nicht unbedingt Hochprozentiges sein. Man kann aus Wermut auch Tee brauen. Dazu wird ein Teelöffel getrocknetes Kraut mit einer Tasse heissem Wasser übergossen und fünf Minuten ziehen gelassen.

Der Sage nach soll Wermut zusammen mit zwölf weiteren Artemisia-Arten ein Geschenk der gleichnamigen griechischen Göttin sein.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

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Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)