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Leo Karrer

Am 8. Januar 2021 ist der Pastoraltheologe Leo Karrer 83-jährig gestorben. Er war einer der führenden Theologen der Schweiz.

Leo Karrer lehrte als Professor in Freiburg. Sein Leben lang hat er sich eingesetzt für eine synodale, geschwisterliche Kirche. Sein Buch «Die Stunde der Laien» wurde zu einem Standardwerk. Stephanie Klein, Professorin für Pastoraltheologie in Luzern, fasst sein Lebenswerk zusammen: «Leo Karrer hat ganzen Generationen von Studierenden das Rüstzeug für eine solide pastoraltheologische Reflexion und praktische Arbeit mitgegeben. Es war ihm ein Anliegen, kirchliche Selbstgenügsamkeit und Enge zu überwinden und über den eigenen Kirchturm hinauszudenken.»

Das Nachrichtenportal kath.ch hat das Wirken Leo Karrers mit mehreren Nachrufen ausführlich gewürdigt:

Leo Karrer war der Nestor der Laientheologen
Stephanie Klein, Professorin für Pastoraltheologie an der Uni Luzern, erklärt warum die Rede von den Laien bis heute ein Unding ist – und Leo Karrer die «Stunde der Laien» richtig eingeschätzt hat.


«…der Gott der Liebe und des erfüllten Lebens»
Leo Karrer habe das Aushalten einer schier unerträglichen Spannung bis zum Schluss geprägt, schreibt der deutsche Theologe Ottmar Fuchs.


Nicht ohne Papst, Bischof und Pfarrer – aber auch nicht ohne das Volk Gottes
Eine Kirche, die hierarchische und staatskirchenrechtliche Strukturen verbindet – das sei die Vision Leo Karrers gewesen. Damit habe er dem helvetischen Modell ein theologisches Fundament gegeben, schreibt RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch.


Ein beherzter Pionier nachkonziliarer Pastoraltheologie
Für den Theologen Klaus Kießling war Leo Karrer ein Vorbild, auch darin, dass er als Lehrer immer gern selbst dazulernte. Mit existenziellem Ernst, mit Humor und Dankbarkeit habe er sich schliesslich der Spiritualität im Alter gewidmet.


Mit Leo Karrer ist die Kirche reifer geworden
Leo Karrer stand für die Einheit von Mystik und Politik – und für ein selbstbewusstes Auftreten von Laientheologen. Eine Würdigung von Norbert Mette.


Schon lange vor Papst Franziskus lebte Leo Karrer den Geist der Synodalität
Josef Sayer war wie Leo Karrer Pastoraltheologe in Freiburg. Für ihn war der Verstorbene ein wunderbarer Kollege und Freund.


Trotz «winterlicher Zeiten» in der Kirche glaubte Leo Karrer an das Licht von Ostern Mit seinem Tod verliert die Schweiz einen Theologen von Weltruf, der bis zuletzt für die Freiheit in der Kirche kämpfte. Eine Würdigung von Mariano Delgado, Dekan der Theologischen Fakultät Freiburg und Professor für Kirchengeschichte.


Facetten eines Lebens
Die Journalistin und Fotografin Vera Rüttimann schildert, was Leo Karrers Leben prägte – und was ihre Freundschaft mit ihm ausmachte.

Text: Thomas Binotto