Editorial

Es ändert sich

«Don’t tell me things can’t change.» – «Erzählt mir nicht, dass sich Dinge nicht verändern könnten.»

Das sagte in seiner Antrittsrede Joe Biden, neuer Präsident der Vereinigten Staaten. Er wandte sich um und Kamala Harris zu: erste Frau und erste Afroamerikanerin in der Rolle der amerikanischen Vizepräsidentin. Veränderung ist möglich geworden.

Unbestritten ein starker Moment. Amt und Verantwortung stehen Menschen offen, auf Grund ihrer Kompetenz, ihrer Bildung und ihrer Berufung. Ein Moment, der meine Hoffnung erneuert und bestärkt hat. Beim Zusehen konnte ich mir ein tiefempfundenes «Yeah!» nicht verkneifen. Ich freue mich. Aber auch aus einem anderen Grund.

Veränderung geschieht, und zwar auch zum Guten und Befreienden. Und da es immer wieder so ist, behaupte ich freimütig: Es wird auch so sein mit unserem Leben und dieser Pandemie. Welle nach Welle – und wendet es sich nicht schon? Unbemerkt einerseits, und als Folge unseres Verzichts und kontinuierlicher Anstrengung andererseits.

Dranbleiben, Veränderung erreichen, das ist eine gute Devise. Wären da nicht auch die Faktoren Zeit und Geduld. Wären da nicht auch die Rückschläge sowie die Erfahrung: Es wird nicht, wie es war. Veränderung verändert eben, so richtig. Auch mich selbst. Gelingt es uns, das als gute Nachricht zu lesen?

Joe Biden ist bekanntlich Katholik. Unseren gemeinsamen Kirchen-Geschwistern könnte ich doch in Zukunft einfach sagen: «Don’t tell me things can’t change».

 

Gott hat das gesagt und das ist ein Test für die Suche.

Text: Veronika Jehle